08.06.2018
FLUG REVUE

Mehrheitsübernahme zum 1. JuliBombardier CSeries gehört bald zu Airbus

Der europäische Luftfahrtkonzern hat alle nötigen Genehmigungen für eine Mehrheitsbeteiligung an Bombardiers CSeries-Flugzeugfamilie erhalten.

A320neo und CSeries

Airbus übernimmt zum 1. Juli 2018 eine Mehrheit an Bombardiers CSeries. Foto und Copyright: Airbus  

 

Die bereits im Oktober 2017 angekündigte  Transaktion werde zum 1. Juli abgeschlossen, so Airbus am Freitag. Der europäische Konzern übernimmt dann einen Mehrheitsanteil von 50,01 Prozent an der CSeries Aircraft Limited Partnership (CSALP), die ursprünglich vom kanadischen Flugzeughersteller Bombardier und dem staatlichen Unternehmen Investissement Québec (IQ) gegründet wurde, um das in finanzielle Schieflage geratene CSeries-Programm zu retten.

"Airbus wird mit seinen Partnern Bombardier und IQ daran arbeiten, das Potenzial der CSeries voll auszuschöpfen", heißt es in einer Pressemitteilung des europäischen Flugzeugherstellers. Der Hauptsitz der Partnerschaft, die primäre Endmontagelinie und damit verbundene Funktionen würden in Mirabel, Québec verbleiben. Eine zweite Produktion könnte in Mobile, Alabama aufgebaut werden, wo sich bereits eine A320-Endmontagelinie befindet. So wollen Airbus und Bombardier mögliche US-Strafzölle vermeiden.

Die CSeries-Familie umfasst zwei moderne Mittelstrecken-Flugzeuge, die CS100 und die CS300 mit einer Kapazität von 100 bis 150 Sitzen. 2017 wurden 17 Flugzeuge ausgeliefert, die Rate soll nach Angaben von Airbus in diesem Jahr verdoppelt werden. Bislang betreiben die Lufthansa-Tochter Swiss, die lettische Fluggesllschaft airBaltic sowie Korean Air CSeries-Flugzeuge. Insgesamt lagen am 31. Mai 372 Bestellungen für die sparsamen Zweistrahler mit Getriebefans vor, 29 sind bereits ausgeliefert (davon acht CS100 und 21 CS300).

Airbus A321 jetBlue erste Endmontage Mobile Alabama

In den USA wird Airbus neben der A320-Endmontage in Mobile eine weitere Endmontage für die C Series errichten. Foto und Copyright: Airbus  

 

UPDATE:
Bei einer Pressekonferenz mit Bombardier Senior Vice President John Di Bert und Philippe Balducchi, dem künftigen Chef des Joint Ventures, am Freitagmittag gab Airbus-Finanzchef Harald Wilhelm bekannt, die abschließende Einigung über die Mehrheitsbeteiligung von Airbus an der C Series sei in der vergangenen Nacht erfolgt. Alle erforderlichen, regulatorischen Freigaben lägen vor. Airbus werde die C Series CS100 und CS300 zu einer integrierten Airbus-Familie entwickeln. Gegenüber der FLUG REVUE sagte Wilhelm, eine Vergrößerung der C Series über die Version CS300 hinaus sei derzeit nicht vorgesehen.

Airbus werde in das Gemeinschaftsvorhaben C Series Limited Partnership die eigenen Bereiche Verkauf und Vermarktung, Beschaffung und Kundendienst einbringen. John Di Bert sagte, dies sei ein "spielentscheidender Moment" für die C Series und die 40.000 Bombardier-Mitarbeiter. Philippe Balducchi ergänzte, der Markt für die C Series sei in deren Größenkategorie von 100 bis 150 Sitzen in den nächsten zwanzig Jahren 6000 Flugzeuge groß.

2019 beginnen in Mobile, Alabama, die Bauarbeiten für die zweite Endmontagelinie der C Series. Mobile wird vier Flugzeuge im Monat bauen, während das Stammwerk in Montreal-Mirabel bis zu zehn Flugzeuge im Monat endmontieren kann.

Ulrike Ebner/Sebastian Steinke


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