09.08.2016
FLUG REVUE

Britisches Hybrid-LuftschiffAirlander 10 verlässt den Hangar

Hybrid Air Vehicles hat für die letzten Vorbereitungen zum Erstflug seinen Airlander 10 aus dem Hangar in Cardington gezogen.

Airlander 10 Hangar-Outing 2016

Zur vorbereitung auf den Erstflug verließ das Hybrid-Luftschiff Airlander 10 seinen Hangar in Cardington (Foto: Hybrid Air Vehicles).  

 

Die Aktion wurde von einer zehnköpfigen Mannschaft um vier Uhr in der Nacht durchgeführt. Sie dauerte etwa 35 Minuten. Nun hängt der Airlander 10 an seinem Ankermast auf dem Flugplatz. Dort kann er sich in den Wind drehen und damit Windgeschwindigkeiten von bis zu 155 km/h überstehen.

Wie lange die Triebwerkstestläufe, Versuche zur elektromagnetischen Verträglichkeit der Systeme und letzte Überprüfungen dauern werden ist noch nicht klar. Zuvor waren jedenfalls schon umfangreiche Tests im Hangar durchgeführt worden.

Beim Airlander 10 handelt es sich um das LEMV (Long Endurance Multi-intelligence Vehicle), das Hybrid Air Vehicles für die US Army gebaut hatte. Northrop Grumman fungierte bei dem Programm als Hauptauftragnehmer. LEMV sollte als Aufklärungssystem tagelang in der Luft bleiben können. Es wurde allerdings nach nur einem Flug im Februar 2013 gestrichen.

Hybrid Air Vehicles kaufte daraufhin das Hybrid-Luftschiff, das einen Teil seines Auftriebs durch seine aerodynamische form generiert, zurück und baute es neu auf. Zur Finanzierung trugen dabei Fördergelder der EU (2,5 Mio. Pfund) und der britischen Regierung (6 Mio. Pfund) bei. Auch private Investoren sind beteiligt, dazu kam eine Crowdfunding-Kampagne.

Kunden für den Airlander 10, der mit 92 Meter Länge und 43,5 m Breite das derzeit größte Fluggerät der Welt ist, gibt es noch nicht. Eignen soll sich das Gefährt sowohl für Transportaufgaben (zehn Tonnen Nutzlast), als auch für Sightseeing-Flüge und natürlich als militärische Sensorplattform.



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