27.07.2017
FLUG REVUE

Historischer Zweistrahler steht in FortalezaBund will "Landshut" nach Deutschland holen

Die 1977 durch eine Flugzeugentführung bekannt gewordene Boeing 737-200 "Landshut" soll aus Brasilien nach Deutschland gebracht, restauriert und ausgestellt werden.

Lufthansa Boeing 737-200

Die entführte "Landshut", hier ein Schwesterflugzeug, gehörte einst zum Bestand der Boeing 737-200-Flotte bei Lufthansa. Archivbild und Copyright: Lufthansa  

 

Das Auswärtige Amt veröffentlichte am Donnerstag ein Interview von Außenminister Sigmar Gabriel, in dem dieser eine Rückführung der Boeing 737-200 "Landshut" befürwortet. Er sei sich darin mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters einig, so der Außenminister. "Die 'Landshut' hat es verdient, in Deutschland eine letzte und würdige Heimat zu finden. Die Botschaft der 'Landshut' ist: Wir lassen uns nicht unterkriegen. Dem Terrorismus werden wir uns nicht beugen, wir sind stärker. Wir geben unsere Werte, unsere Freiheit, unseren Rechtsstaat und unsere Art zu leben nicht auf. Die Landshut gehört nach Deutschland."

Die Boeing 737-200 "Landshut" war 1977, im sogenannten "Deutschen Herbst", von vier palästinensischen Terroristen auf dem Weg von Mallorca nach Frankfurt entführt worden, um in Deutschland inhaftierte RAF-Terroristen freizupressen. Nach einem mehrtägigen Irrflug ermordeten die Entführer den Lufthansa-Kapitän Jürgen Schumann in Aden im Südjemen. Nach dem Weiterflug nach Mogadischu in Somalia erstürmte die GSG9 des damaligen Bundesgrenzschutzes das Flugzeug und befreite alle verbliebenen Geiseln, kurz bevor die Terroristen das Flugzeug sprengen wollten. Nur eine Terroristin überlebte die Erstürmung.

Die Boeing 737 wurde repariert und flog weiter bei Lufthansa. Danach wurde sie verkauft und war weiter im Ausland im Einsatz. Zuletzt wurde sie zum Frachter umgebaut und landete letztmalig in Fortaleza in Brasilien, wo sie seit 2008, nicht mehr flugfähig, ausgeschlachtet und mittlerweile stark verwittert, parkt.

Die Bild-Zeitung meldete am Donnerstag, ein Kauf durch den Bund sei bereits für 20000 Euro erfolgt. Das Flugzeug solle noch vor dem 40. Jahrestag der Entführung im Oktober per Antonow-Lufttransport nach Deutschland gebracht werden. Mit Hilfe der Dornier-Stiftung seien eine Aufarbeitung und die spätere Ausstellung in Friedrichshafen geplant.



Weitere interessante Inhalte
"IL-Check" bei den Elbe Flugzeugwerken Nächste Lufthansa A380 kommt nach Dresden

12.12.2017 - Am Dienstag wird der bereits zweite Airbus A380 von Lufthansa zur Wartung in Dresden erwartet. Auch Air France hatte ihre Riesen zuvor schon zum Check an die Elbe geschickt. … weiter

Vielflieger Lufthansa ändert Vergabe von Prämienmeilen

11.12.2017 - Die Fluggesellschaften der Lufthansa Group ändern die Vergabe von Prämienmeilen an Teilnehmer des Vielflieger- und Prämienprogramms Miles & More. Die Meilengutschrift richtet sich ab März 2018 nach … weiter

Eine Legende wird zerlegt Boeing 737-200 "Landshut"

08.12.2017 - 40 Jahre nach seiner Entführung ist der frühere Lufthansa-Zweistrahler „Landshut“ nach Deutschland zurückgekehrt. Zuvor haben 15 Experten von Lufthansa Technik die Boeing 737-200 im brasilianischen … weiter

Nach der airberlin-Pleite easyJet fliegt ab Tegel innerdeutsch

06.12.2017 - Die britische Niedrigpreis-Airline bedient von 2018 erstmals vier Inlandsstrecken von Berlin-Tegel aus. … weiter

Erfolgreichste Jet-Familie der Welt Boeing 737 - Die Versionen

05.12.2017 - Die Boeing 737 ist die weltweit meistgebaute Familie strahlgetriebener Verkehrsflugzeuge. Seit der Auslieferung im Jahr 1967 konnte Boeing 14.183 Bestellungen und 9.753 Auslieferungen (Stand: Oktober … weiter


FLUG REVUE 01/2018

FLUG REVUE
01/2018
11.12.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- 100. Airbus A380 für Emirates
- Airbus-Hoffnung China
- Auftragsfeuerwerk Dubai Air Show
- Tornado-Training
- F-35 für die Luftwaffe?
- Adaptive Tragflächen
- Vorausschauende Instandhaltung
- Mehrwegraketen