04.04.2018
FLUG REVUE

Handelskrieg USA-ChinaChina kündigt Strafzölle gegen US-Flugzeuge an

Kurz nach der Verhängung von US-Strafzöllen gegen China, darunter auch für Luftfahrterzeugnisse, hat China als Vergeltung eigene Strafzölle gegen US-Produkte angekündigt.

Boeing 737 MAX 8 startend

Boeing riskiert, Ziel chinesischer Strafzölle zu werden, nachdem ihrerseits die USA zuvor Strafzölle gegen China verhängt hatten. Die 737 MAX 8 (Foto) scheint aber oberhalb der von China für US-Flugzeuge angekündigten Gewichtsgrenzen zu liegen und dürfte "ungeschoren" davon kommen. Foto und Copyright: Boeing  

 

Chinas Handelsministerium kündigte am Mittwoch in einer amtlichen Bekanntmachung die neuen Strafzölle für US-Waren an. Man vergelte damit die vorherigen US-Maßnahmen, die chinesische Warenexporte im Wert von 50 Mrd. Dollar beträfen. Die USA verletzten damit die Regeln der Welthandelsorganisation WTO und bedrohten Chinas wirtschaftliche Interessen und seine Sicherheit.

China wolle entsprechende Strafmaßnahmen verhängen, genauere Angaben folgten noch. Chinas erste Übersichtsliste nennt unter 106 Produktgruppen bereits Soja-Bohnen, Chemikalien, Kraftfahrzeuge und Flugzeuge aus den USA, die ebenfalls mit 25-prozentigen Strafzöllen belastet werden sollen. Bei den Flugzeugen scheint ausdrücklich nur die Gewichtskategorie mit einer Leermasse zwischen 15 Tonnen und 45 Tonnen betroffen zu sein (Punkt 106 der Liste). Dies würde Geschäftsreiseflugzeuge und Passagierjets bis zur Boeing 737 NG-Familie betreffen. Die etwas größere und schwerere 737 MAX läge jedoch über dieser Grenze und bliebe strafzollfrei. Die Boeing-Aktie gab, wie auch andere Werte betroffener Unternehmen, vorbörslich um sechs Prozent nach.

US-Präsident Trump hatte die Strafzölle verhängt, weil er China unfaire Handelspraktiken vorwirft, die zu einem starken Handelsbilanzdefizit der USA gegenüber China geführt hätten. Die USA werfen China auch vor, seine Währung absichtlich zu "weich" zu machen, um eigene Exporte zu verbilligen und damit künstlich anzukurbeln.

UPDATE:
Boeing teilte mit, man vertraue auf die Aussagen der beiden Regierungen, dass weiter verhandelt werde. Noch seien die erst angekündigten Maßnahmen nicht umgesetzt worden. Eine starke und prosperierende Luft- und Raumfahrtbranche sei in beiden Ländern für Wohlstand und Sicherheit wichtig.



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