16.02.2017
FLUG REVUE

Noch mehr als 400 Maschinen im EinsatzBO105 feiert 50. Geburtstag

Am 16. Februar 1967 hob die BO105 in Ottobrunn zu ihrem Erstflug ab. Seit der ersten Auslieferung im Jahr 1970 kauften über 300 Kunden insgesamt rund 1400 Hubschrauber.

BO105 Erstflug Ottobrunn 1967

Am 16. Februar 1967 hob die BO105 in Ottobrunn zum Erstflug ab (Foto: MBB).  

 

Entwickelt wurde die BO105 von der späteren Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB), eine der deutschen Gründungsfirmen des Airbus-Konzerns. Das Besondere an der Maschine: erstmals wird der Rotor eines Hubschraubers mit einem starren, gelenklosen Rotorkopf aus Titan und glasfaserverstärkten Rotorblättern ausgestattet.

Dieser sogenannte „Bölkow-Rotor“ reduzierte den Wartungsaufwand erheblich im Vergleich zu herkömmlichen Rotorköpfen mit Schlag- und Schwenkgelenken, da weniger bewegliche Teile benötigt wurden. Außerdem verhalf der spezielle Rotor der BO105 zu hoher Agilität und Manövrierbarkeit. Neu war auch, dass ein Leichthubschrauber über zwei Motoren verfügte.

BO105 HGH

Größter Kunde war die Bundeswehr  

 

Luftfahrtgeschichte schrieb die BO105 nicht zuletzt wegen mehrerer Rekorde. Im Jahr 1972 bewies die BO105 als erster Hubschrauber mit einem Looping ihre einzigartige Wendigkeit. 1974 folgte der erste Langstreckenflug-Rekord mit über 1714 km und 1975 erreichte eine modifizierte Ausführung mit Hilfsflügeln eine Höchstgeschwindigkeit von 404 km/h.

Hauptsächlich wurde der Hubschrauber an den Produktionsstandorten Ottobrunn, Donauwörth, Augsburg, Manching und Finkenwerder gebaut, die bis heute zu Airbus gehören. Aber auch auf den Philippinen, in Indonesien, Spanien und Kanada erwarben lokale Hersteller Lizenzen für das erfolgreiche Luftfahrzeug.

Als echter Mehrzweckhubschrauber war die BO105 erfolgreich im Einsatz in der Luftrettung, als Polizei- und Militärhubschrauber, für VIP-Flüge sowie zum Personen-und Warentransport. Größter Kunde war die Bundeswehr mit über 200 Maschinen, von denen einige bis Dezember 2016 im Dienst blieben. Die meisten Kunden fand die BO105 in Europa (612 Verkäufe), gefolgt von Nord- und Südamerika (381) und Asien (299).

Mit weltweit rund 400 Maschinen ist etwa ein Drittel der insgesamt produzierten Flotte noch heute in Betrieb. Die dienstälteste BO105 fliegt auf den Falkland-Inseln. Insgesamt hat es die BO105-Flotte weltweit auf mehr als acht Millionen Flugstunden gebracht.



Weitere interessante Inhalte
Airbus Helicopters H225M erreicht 100000 Flugstunden

04.10.2018 - Seit der ersten Lieferung an die Armée de l´Air 2006 haben die derzeit 88 im Einsatz befindlichen H225M nun über 100000 Flugstunden erreicht. … weiter

OCCAR-Auftrag Studien für Kampfhubschrauber Tiger MkIII

27.09.2018 - OCCAR hat ein Konsortium aus Airbus Helicopters, Thales AVS und MBDA mit Risikomimierungsstudien für eine neue Version des Tiger beauftragt. … weiter

A350-Türen aus Donauwörth Airbus Helicopters startet 3D-Druck in Großserie

22.09.2018 - Die erste metallische 3D-Druck-Großserienfertigung im Airbus-Konzern wird in Donauwörth gestartet. Es geht um 2200 Verriegelungswellen für Türen der A350 pro Jahr. … weiter

Europäischer Kampfhubschrauber Airbus Helicopters Tiger - Die Nutzer

13.09.2018 - Der Europäische Kampfhubschrauber Tiger war schon in Afghanistan und in Afrika im Einsatz. Auch das deutsche Heer flog 2017/18 in Mali. … weiter

Fliegende Testlabore Die Forschungsflugzeuge des DLR

09.08.2018 - Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betreibt die größte zivile Flotte von Forschungsflugzeugen und -hubschraubern in Europa. Wir stellen die ungewöhnlichen Fluggeräte vor. … weiter


FLUG REVUE 1/2019

FLUG REVUE
1/2019


Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Absturz: Welche Probleme hat die Boeing 737 Max?
- Airbus A330-800: Start in umkämpften Markt
- Eurofighter: Großübung der Luftwaffe in Laage
- New Horizons: Neues Ziel jenseits von Pluto
- Tupolew Tu-144: Der erste Überschall-Airliner