06.12.2017
FLUG REVUE

Stahlkasten mit Überlauf verhindert weitere SchädenDreamliner-Batterie kocht über

Nach einer Batterieüberhitzung ist eine Boeing 787-8 von United Airlines am 13. November ohne weitere Probleme in Paris gelandet. Der von Boeing nachgerüstete, feuerfeste Stahlkasten verhinderte, wie geplant, Schäden am Flugzeug außerhalb der Batterie.

Boeing 787-8 im Flug Werksanstrich

Boeing hat die 787 zwar gegen die Folgen von Batteriebränden der neuartigen Lithium-Ionen-Akkus wirksam geschützt, deren Ursachen aber offenbar immer noch nicht gefunden. Foto und Copyright: Boeing  

 

Boeing 787 Batterieauslauf

Wenn die Batterie einer Boeing 787 überkocht, kann deren kochend heiße Flüssigkeit aus zwei Öffnungen im Rumpfboden austreten. Foto und Copyright: Boeing  

 

Der Zwischenfall trug sich am Morgen des 13. November in Paris Charles de Gaulle zu, als die Boeing 787-8, N26909 als Flug UA915 aus Washington-Dulles eintraf. Schon im Sinkflug erhielt die Besatzung, laut der Webseite "Aviation Herald", eine Warnung über eine Batterieüberhitzung im vorderen Avionikraum. Das Flugzeug konnte seinen Anflug aber fortsetzen und sicher in Paris landen. Anschließend wurde am vorderen Batterieüberlauf der Austritt von Batteriesäure und Dampf beobachtet.

Nach einer Serie von ungeklärten Zwischenfällen hatte Boeing die Lithium-Ionen-Batterien aller Dreamliner in feuerfesten Stahlboxen gekapselt, so dass selbst bei einem "Überkochen" keine weitere Gefahr für das Langstreckenflugzeug drohen soll.

Boeing 787 Batterie in feuerfester Stahlbox

Die Batterien der Boeing 787 (blau) sind aus Brandschutzgründen jeweils in einer feuerfesten Stahlbox gekapselt. Beim Überkochen öffnet sich ein Ventil (rechts) und lässt die kochende Batteriesäure ins Freie abfließen. Foto und Copyright: Boeing  

 

Die Batterien bringen beim Überkochen Überdruckventile zum Platzen und können sich durch zwei hitzebeständige Überlauföffnungen ins Freie entleeren. Die Flüssigkeit ist laut Boeing-Feuerwehr-Handbuch bis zu 338 Grad Celsius heiß. Am Boden dürfen sich Personen bei überkochender Batterie nur bis auf 18 Meter der Öffnung nähern oder bis auf neun Meter mit Atemschutz.

Laut "Aviation Herald" haben die US-Behörden das Ereignis wegen Geringfügigkeit als "nicht meldepflichtig" eingestuft. Deswegen soll keine Untersuchung eingeleitet werden. Die Boeing 787 nutzt als "more electric Aircraft" für viele Systeme, darunter Druckkabine und Enteisung, elektrische Energie. Boeing will dadurch die Zapfluftentnahme und damit den Kerosinverbrauch senken.



Weitere interessante Inhalte
Neue Bestellung für Boeing 787-9 United stockt Dreamliner-Flotte auf

01.10.2018 - Mit einem Auftrag von United Airlines für neun 787-9 hat Boeing dieses Jahr nun netto über 100 Dreamliner verkauft. … weiter

Wirbelsturm "Florence" im Anmarsch Boeing unterbricht Betrieb in Charleston

11.09.2018 - Das Boeing-Flugzeugwerk in Charleston, seit 2012 einer der beiden Endmontagestandorte der Boeing 787, unterbricht ab Dienstag seinen Betrieb, um den anziehenden Wirbelsturm "Florence" abzuwarten. … weiter

Flight of Dreams in Nagoya Japaner bauen Dreamliner-Museum

23.08.2018 - Am 12. Oktober öffnet am japanischen Centrair-Flughafen in Nagoya ein neues Museum, dessen Star die erste Boeing 787 sein wird. Boeing hatte den historischen Prototyp ZA001 gestiftet. … weiter

Flaggschiffe im Liniendienst Top 10: Die teuersten Passagierflugzeuge der Welt

06.08.2018 - Wie viel kostet ein Passagierflugzeug und welches ist am teuersten? Wir haben ein Ranking der Flugzeuge mit dem höchsten Listenpreis erstellt, wobei Airbus für 2018 um rund zwei Prozent zugelegt hat. … weiter

UPDATE: Fast 1500 Aufträge und Absichtserklärungen Farnborough 2018: Die Bestellungen

19.07.2018 - Auf der Airshow in Farnborough gaben Airbus, Boeing und Co. wieder eine Flut von Aufträgen bekannt. Am Ende stehen knapp 1500 Flugzeuge - meist als Absichtserklärungen - in den Büchern. Dies sind … weiter


FLUG REVUE 12/2018

FLUG REVUE
12/2018
05.11.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Raumfahrt Extra
- Wettbewerb: Spar-Jets für Übermorgen
- Neuer britischer Träger: F-35B auf der "Queen Elizabeth"
- Piloten: Die neue Lufthansa-Ausbildung
- A400M in Wunstorf: Erste Einsatzerfahrungen