05.02.2013
aero.de

Dreamliner - Boeing bereitet sich auf Testflüge mit der 787 vor

In Woche drei nach dem Grounding der Boeing 787 könnten einige Dreamliner bald wieder abheben, wenn auch nur zu Testzwecken.

Boeing 787 Dreamliner Air to Air

Boeing 787 Dreamliner: Bisher fast 150 Batterien ausgetauscht! Foto und Copyright: Boeing  

 

Die US Luftfahrtbehörde FAA werde Boeing voraussichtlich noch in dieser Woche die Durchführung von Testflügen erlauben, schreibt die "Seattle Times" unter Berufung auf Kreise. Der Hersteller werde auf diesen Flügen Daten sammeln sowie eine mögliche Lösung für die Probleme mit den Batterien testen.

Auf den Flügen soll zunächst ermittelt werden, wie die Lithium-Ionen-Batterien durch Temperaturänderungen im Flug und Vibrationen bei Starts und Landungen beeinflusst werden, schreibt das Blatt. Eine von Boeing angedachte Lösung sehe vor, die Abschirmung der Batterien zu verstärken und im Überhitzungsfall heiße Gase und Flüssigkeiten nach außen abzuleiten.

Die FAA hatte vor drei Wochen in den Vereinigten Staaten ein Startverbot für alle 787 verhängt, nachdem sich an zwei Flugzeugen von Japan Airlines und All Nippon Airways (ANA) kurz nacheinander Batteriebrände entwickelt hatten. Andere Luftfahrtbehörden folgten der FAA und halten die 787 ebenfalls am Boden. Derzeit fliegt keiner der weltweit 50 ausgelieferten Dreamliner.

ANA hatte unlängst eingeräumt, dass die 787 schon länger mit Batterieproblemen zu kämpfen hat. Bereits in den Monaten vor den Batteriebränden habe man zehn Akkus vorsorglich ausgetauscht, räumte ANA gegenüber der "New York Times" ein.

Die Untersuchungsbehörde NTSB hatte bei einer Zerlegung der am Flughafen von Boston überhitzten Batterie Hinweise auf Kurzschlüsse und eine sich selbst verstärkende Aufheizungsreaktion, ein sogenanntes thermisches Durchgehen, gefunden. "Wir haben es hier mit einem tatsächlich sehr ernsten Problem für die Flugsicherheit zu tun", sagte NTSB-Chefin Deborah Hersman.

Ein Auslöser für die Überhitzung der Batterien konnte bislang allerdings weder von den Behörden noch von Boeing ermittelt werden. Der von Boeing jetzt offenbar zum Flugtest angemeldete Fix scheint auch eher als Übergangslösung gedacht zu sein, mit dem im Notfall die befürchtete Ausbreitung eines Batteriefeuers auf den Rest des Flugzeugs abgewendet werden soll.

Dennoch wäre die Wiederaufnahme von Testflügen zumindest ein Anzeichen dafür, dass Fluggesellschaften mit ihren 787 in absehbarer Zeit auch wieder Passagiere befördern könnten.

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