12.12.2016
FLUG REVUE

FLUG REVUE-Reihe: Faszination Drohnen (5)Drohnenschwarm als Werbeträger

Drohnen ziehen viele Blicke auf sich. Kein Wunder, dass Unternehmen dies für Werbung nutzen möchten.

Disney Orlando Drohnenformation bei Nacht

300 Drohnen treten bei Disney als Formation auf und erzeugen nächtliche Bilder. Mit der gleichen Technik einer Intel-Zentralsteuerung vom Boden können bis zu 500 Drohnen koordiniert bewegt werden. Foto und Copyright: Intel  

 

Auf Knopfdruck setzten sich 300 Drohnen in Bewegung, wenn der Unterhaltungskonzern Disney im Themenpark "Disney World" in Orlando seine "Starbright Holidays"-Show startet. Bei der seit Mitte November stattfindenden Abendshow fliegen die Drohnen in Formation über einen See und bilden dort riesige Bilder am Himmel ab. Bei Dunkelheit, mit leuchtenden Drohnen, ist dies ein eindrucksvolles Schauspiel. Ihre Bord-LEDs können vier Milliarden Lichtstimmungen erzeugen.

Technisch gesehen werden alle Drohnen von einem Zentralcomputer am Boden gesteuert, den die Firma Intel entwickelte. Er prüft auch der Akku-Ladezustand und den GPS-Positionsempfang der Quadcopter, ruft unzuverlässige Drohnen ab und ersetzt sie durch Reservedrohen, die am Boden in Bereitschaft stehen. Untereinander "reden" die Drohnen nicht miteinander, sondern sie werden alleine vom Zentralcomputer koordiniert gesteuert. Der punktgenau koordinierte Einsatz großer Drohenschwärme könnte auch einmal bei der Überwachung von Katastrophengebieten, in der Landwirtschaft und auf Großbaustellen genutzt werden.

Auch für Werbeanzeigen am Himmel ließe sich die neue Technik einsetzen. Hier spielen allerdings Sicherheitsbedenken eine große Rolle, denn wer wollte, etwa über einem Fußballstadion, das körperliche Wohl der darunter sitzenden Zuschauer riskieren?

AEROTAIN Ballondrohne über Radrennbahn

Die ETH Zürich hat bei ihrer Drohnen-Tochter AEROTAIN diese hybride Ballondrohne entwickelt, die als besonders sicher gilt und auch im Inneren von Gebäuden einsetzbar ist. Foto und Copyright: AEROTAIN  

 

Für extreme Sicherheitsanforderungen schlägt die ETH Zürich mit ihrer Tochter "AEROTAIN" eine ballonartige Hybriddrohne mit typischerweise drei Metern Durchmesser vor. Sie wird ferngesteuert und durch elektrische Rotoren bewegt, gewinnt ihren ständigen Auftrieb aber durch eine Gasfüllung.

AEROTAIN Drohne im Freien

Hier ist die Ballondrohne als Fußball dekoriert. Sie hat Kameras an Bord, deren Bilder live an den Boden übertragen werden können. Foto und Copyright: AEROTAIN  

 

Durch die auffällige Form kann die von innen beleuchtbare Drohne als Kugelfläche mit Logos oder Symbolen, etwa einer Weltkugel, einem Fußball oder einem riesigen Auge beschriftet werden. Ihre hohe Betriebszuverlässigkeit macht auch Indoor-Einsätze möglich. Bis zu zwei Stunden Einsatzdauer und bis zu zwei Kilogramm Nutzlast, zum Beispiel eine drahtlose Fernsehkamera, sind möglich.

Weitere Teile unserer Serie "Faszination Drohnen":

1) Drohnen als fliegende Arbeiter
2) Drohnen im kontrollierten Luftraum
3) Drohneneinsatz im Rettungsteam
4) Volocopter VC200 - Die bemannte Drohne aus Deutschland
5) Drohnenschwarm als Werbeträger
6) Erste Drohne im Linienverkehr

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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