12.06.2018
FLUG REVUE

Boeing-Prototyp flog für Cathay PacificErste Boeing 777 kommt ins Museum

Die erstgebaute Boeing "Triple Seven" WA001 kommt nach 24 Jahren ins Museum. Das 1994 gebaute Flugzeug gehörte seit dem Jahr 2000 zur Passagierflotte von Cathay Pacific, die es nun dem Museum of Flight in Seattle stiftete.

Boeing 777 Cathay Pacific

Die erstgebaute Boeing 777, sie stand seit 2000 im Dienst von Cathay Pacific, ist nach ihrer Ausmusterung dem Museum of Flight in Seattle gestiftet worden. Archivbild und Copyright: Cathay Pacific  

 

Die Boeing 777-200 mit dem Produktionskürzel WA001, der Werknumer 27116 und der letzten Registrierung B-HNL war nach der Flugerprobung und Zulassung zunächst für Boeing als Vorführflugzeug N7771 im Einsatz. Dabei erhielt sie als einzige Boeing 777 nacheinander alle drei Triebwerksvarianten, das PW 4077, das GE90 und schließlich das RR Trent 800. Im Jahr 2000 wurde sie in die Serienversion 777-267 umgebaut und an Cathay Pacific ausgeliefert, wo sie bis Ende Mai 2018 im Einsatz stand. Die erstgebaute 777 war allerdings nicht die erste ausgelieferte. Diese Ehre kam dem siebenten Flugzeug N777UA zu, dass an United Airlines ging.

Für Boeing wurde die 777 zum großen Erfolg. Der zweistrahlige Großraumjet mit elektronischer Flugsteuerung und Zweimann-Glascockpit war rund 33 Prozent sparsamer, als die "Klassik"-Versionen des Jumbo Jets. Dank extrem zuverlässiger Triebwerke eroberte sich die 777 auch zahlreiche Transpazifikstrecken, für die Zweistrahler zuvor aus Sicherheitsgründen nicht berücksichtigt worden waren. Boeing hat von dem Erfolgsmodell "Triple Seven" bereits 1967 Flugzeuge verkauft. Derzeit wird die Produktion der nächsten Generation Boeing 777X vorbereitet. Die erste Boeing 777 kommt ins Museum of Flight in Seattle und wird dort künftig in die Daueraustellung aufgenommen, zu der unter anderem auch die erste Boeing 737, die erste 747 und eine Concorde gehören.

UPDATE:
Das Museum of Flight versandte am Dienstag eine "Korrektur", nach der eine Übernahme der historischen 777 nun doch nicht geplant sei. Damit ist die Aufstellung im Museum wieder mehr als fraglich. Ob das Flugzeug nun noch in einer anderen rechtlichen Form, etwa als Leihgabe, ins Museum kommen könnte, oder ob Boeing den historischen Zweistrahler-Prototyp selbst bewahrt, ist unklar.

Mit einer museumsartigen Übernahme dürften erhebliche Kosten verbunden sein, denn die wertvollen Triebwerke und weitere Ersatzteile müssten nach dem Überführungsflug zur Weiterverwendung abgenommen oder ausgebaut und verschifft werden. Außerdem müssten Triebwerksattrappen installiert werden. Nicht zuletzt ist die 777 ein sehr großes Flugzeug, das sehr viel Standfläche benötigt und diese für anderen Nutzungen blockiert. Die ausgemusterte Boeing 777 soll sich derzeit in der chinesischen Flugzeugwerft HAECO in Xiamen befinden.



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