13.11.2017
FLUG REVUE

Überführungsflug nach TarbesErste SIA-A380 wird eingemottet

Der erste Airbus A380 im Passagierverkehr, der bei Singapore Airlines den Liniendienst mit dem neuen Muster eröffnete, fliegt am Montag aus Singapur nach Tarbes in Südfrankreich, um dort auf seinen nächsten Leasing-Kunden zu warten.

Airbus A380-800 SIA Singapore Airlines

Singapore Airlines hat den Leasingvertrag ihrer ältesten A380 beendet (Archivbild) und gibt das mittlerweile weiß lackierte Flugzeug an die Leasingfirma zurück, die es in Tarbes einlagert. Foto und Coypright: Airbus  

 

Die erste Liniendienst-A380-841 mit der Werknummer MSN003 flog am Montag noch mit ihrer Singapurer Registrierung 9V-SKA aus Singapur nach Tarbes. Am Montagvormittag befand sich Flug SQ8898 auf Flugfläche 380 mit westlichem Kurs im Luftraum Turkmenistans. Die Landung war kurz vor 16 Uhr in Tarbes vorgesehen.

Singapur Airlines hatte das Flugzeug, wie berichtet, nach rund zehn Jahren ausgemustert und den Leasingvertrag nicht verlängert. Stattdessen hat sich SIA bei Airbus wieder fünf fabrikneue A380 bestellt, für die vor Kurzem ein neues Kabinendesign mit vergrößerten Suiten und den neuesten Bordunterhaltungssystemen vorgestellt wurde. Die frühesten Kundenflugzeuge, darunter MSN003, haben noch die aufwändig umgebauten Kabelbäume und Flügel, in denen die Rippen ausgetauscht wurden. Diese Flugzeuge passen nicht mehr ideal zu den verbesserten Serien-A380 der dann folgenden Produktion, da viele Airlines einen möglichst einheitlichen Rüststand ihrer Flotte anstreben. SIA will deshalb nur ihre 14 jüngsten von ursprünglich 19 bestellten A380 behalten und nur diese Flugzeuge auf die neue Kabine umrüsten.

Die ältesten A380, zwei Flugzeuge sind bereits ausgemustert, ein drittes folgt in Kürze, werden dagegen bei Singapore Airlines ausgemustert und über die Leasingfirma Dr. Peters Group neu vermarktet. Technisch dürfte die Lebensdauer der Flugzeuge ohne weiteres bei etwa 30 Jahren liegen. Als einer der möglichen Abnehmer gebrauchter A380 gilt die portugiesische Fluggesellschaft HiFly, die beabsichtigen soll, zwei Flugzeuge zu übernehmen, um sie im Charterverkehr in einer Kabinenausführung mit hoher Kapazität einzusetzen.

Am Ende ihres Einsatzlebens hatte SIA in ihrer Werft in Changi MSN003 aufwändig zurückgerüstet und den Riesenjet außen neutral weiß lackiert. Falls sich kein Anschlusskunde finden sollte, wird die A380 zerlegt und einzeln verkauft. Besonders Triebwerke und Avionik, aber auch wichtige Strukturteile, wie die Titan-Fahrwerke, lassen sich noch als gesuchte Ersatzteile vermarkten.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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