24.11.2017
aero.de

CSeriesEU bemängelt US-Verfahren gegen Bombardier

Einstweilen ist der Bombardier CSeries der Weg in den US-Markt durch Strafzölle versperrt. Der kanadische Flugzeugbauer erhält jetzt Rückendeckung aus Europa. Die EU-Kommission moniert "eklatante Defizite" sowie methodische und rechtliche Mängel in dem Verfahren.

Bombardier CSeries Erstflug-1 (jpg)

Bombardier CS100. Foto und Copyright: Bombardier  

 

Die Delta-Drehkreuze New York und Los Angeles müssen auf die ersten CS100 noch warten, denn 75 Auslieferungen an Delta liegen wegen vorläufiger Strafzölle der US-Regierung auf Eis. Die Vereinigten Staaten und Boeing unterstellen Bombardier unlauteren Wettbewerb.

"Die Ermittlungen weisen eklatante Defizite auf, sowohl hinsichtlich ihrer Methodik als auch der gezogenen Schlüsse", rüffelt die EU-Kommission in einem "Case Letter" an US-Handesminister Wilbur Ross das Verfahren. Es sei zweifelhaft, ob die Methodik mit den Spielregeln der WTO vereinbar sei.

Die US-Regierung begründet die vorläufigen Strafzölle von 300 Prozent gegen die CSeries mit wettbewerbsverzerrenden Staatshilfen für das Programm und Dumpingpreisen, mit denen sich Bombardier den Auftrag von Delta gesichert habe. Besonders letzten Punkt will Brüssel nicht so stehen lassen.

Eine Feststellung von Preisdumping setze tatsächliche Importe voraus. Die seien bisher aber noch gar nicht erfolgt, heißt es an einer Stelle des siebenseitigen Kommissions-Papiers. Bombardier gerate in eine "kafkaeske Situation", wenn der Konzern zu seiner Entlastung "Unterlagen für etwas, das nicht existiert" vorlegen soll.

Bombardier vernetzt sich mit Airbus

Die neuen Airliner aus Kanada werden in Zukunft von Airbus vermarktet - der europäische Flugzeughersteller fädelte im Oktober eine mehrheitliche Programmbeteiligung ein und will die CSeries auch in seinem US-Werk Mobile fertigen.

Die Kooperation mit Airbus will Bombardier als Zulieferer vertiefen. Bombardier stellt in seinem Werk Belfast Tragflächen für die CS100 und CS300 her und könnte in Nordirland auch Komponenten für Airbus produzieren, sagte Fred Cromer, Chef der Bombardier-Verkehrsflugzeugsparte, auf der Dubai Airshow.



Weitere interessante Inhalte
Entscheidung des USITC Doch keine Strafzölle für Bombardier C Series

26.01.2018 - Die United States International Trade Commission hat am Freitag entschieden, dass die US-Luftfahrtindustrie durch den Import von C Series in die Vereinigten Staaten keinen Schaden erleidet. Aufgrund … weiter

Überarbeiteter Embraer-Regionaljet E190-E2 soll sparsamer als CSeries sein

26.01.2018 - Kurz vor der erwarteten Zulassung gibt Embraer einige Ergebnisse der Flugerprobung der E190-E2 bekannt. Und greift die Konkurrenz an. … weiter

Bombardier C Series CS300-Bestellung von EgyptAir nun fest

29.12.2017 - Bombardier und die EgyptAir Holding haben nun eine feste Vereinbarung über den Kauf von zwölf CS300 sowie Kaufrechte für weitere zwölf Flugzege getroffen. … weiter

Entscheidung des Handelsministeriums USA bleiben bei Strafzöllen für CSeries

21.12.2017 - Das US-Handelsministerium hat am Mittwoch seine finale Entscheidung hinsichtlich der Strafen für den Import von kanadischen CSeries-Flugzeugen bekannt gegeben. Der Fall geht nun an die U.S. … weiter

Pilot Academy airBaltic bildet Nachwuchs-Piloten aus

12.12.2017 - Vom Fußgänger zum Linienpilot: Die lettische Fluggesellschaft sucht die ersten 20 Bewerber für ihre neu gegründete Pilot Academy in Riga. … weiter


FLUG REVUE 05/2018

FLUG REVUE
05/2018
09.04.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- GROSSE ILA-VORSCHAU
- Bundeswehr: Die neuen Beschaffungspläne
- GE Aviation GE9X: Flugerprobung des Turbofans
- Ethiopian: Afrikas größte Fluggesellschaft
- Fokker DR I: Der Dreidecker des Roten Barons
- Raumstation: Wartungstrupp im All