28.02.2013
FLUG REVUE

FAA-Chef deutet längere Prüfung der 787-Batteriemodifikationen anFAA deutet längere Prüfung der 787-Batterie-Modifikationen an

Der Chef der amerikanischen Luftfahrtbehörde, Michael Huerta, hat gegenüber dem Unterausschuss für Luftfahrt im US-Repräsentantenhaus eine längere Prüfung der jüngst von Boeing für die 787 gemachten Verbesserungsvorschläge angedeutet. Damit schwinden die Aussichten auf eine schnelle Wiederaufnahme der Dreamliner-Flüge.

Boeing 787 Dreamliner Air to Air

Boeing 787 Dreamliner: Bisher fast 150 Batterien ausgetauscht! Foto und Copyright: Boeing  

 

FAA-Chef Huerta erklärte am Mittwoch, die Luftfahrtbehörde arbeite "rund um die Uhr" an der Überprüfung der 787-Systeme. Dazu gehörten deren Konstruktion, Herstellung und Montage. Außerdem würden in großem Stil Daten ausgewertet, um den Ursachen der jüngsten Batteriebrände auf die Spur zu kommen.

In der vergangenen Woche habe sich die FAA mit hochrangigen Boeing-Vertretern getroffen, um den Arbeitsstand zum Thema 787-Batterieprobleme zu erörtern. Die FAA werde die von Boeing gemachten Lösungsvorschläge sorgfältig analysieren. Aber die Sicherheit der Fluggäste werde mit Vorrang behandelt, so der FAA-Chef. Deshalb werde man die 787 erst wieder für den Liniendienst zulassen, wenn die FAA davon überzeugt sei, dass die vorgeschlagenen Lösungen die Risiken des Batterieversagens ausräumten.

Laut der Zeitung "Seattle Times" habe Boeing der FAA Verbesserungen in mehreren Bereichen vorgeschlagen. Darunter seien konstruktive Änderungen der Batterien und eine genaue Ladezustands- und Temperaturüberwachung aller einzelnen Zellen, um die Wahrscheinlichkeit von Zellenüberhitzungen zu vermindern. Außerdem sei eine bessere Isolierung der separaten Zellen geplant, um Kettenreaktionen mit Schaden für die gesamte Batterie zu verhindern, und schließlich plane der Hersteller einen feuerfesten Behälter, der die gesamte Batterie auch im Fall eines Brandes sicher umschließe. Hierzu gehöre auch ein Rohrsystem, dass die brennbare Batteriesäure sicher ins Freie ableite.

Huerta habe bereits angekündigt, falls diese Vorschläge durch die FAA überhaupt angenommen würden, folgten noch eine längere Testphase, danach eine Auswertungsphase sowie eine entsprechende Überarbeitung der Konstruktion, bevor eine mögliche FAA-Zulassung erteilt werden könne, so die Zeitung. Die geplanten konstruktiven Änderungen lägen dabei noch keineswegs fertig vor. Damit scheine eine schnelle Rückkehr zu Dreamliner-Flügen ausgeschlossen. Boeing habe auch noch keine Sondergenehmigung für neuerliche Testflüge bei der FAA beantragt.

Die weltweite Flotte von bisher 50 Kundenflugzeugen steht seit den Batteriebränden am Boden. Allerdings baut Boeing weiterhin neue 787, die derzeit nicht ausgeliefert werden können. Die eigentliche Ursache der Batteriefeuer ist noch immer nicht gefunden worden. Deswegen konzentrieren sich die bisherigen Lösungsvorschläge auf das Beherrschen möglicher Batteriebrände.

Bilderstrecke - Die Batterie der Boeing 787

Bilderstrecke - Boeing 787 Betreiber

Boeing 787 - Chronologie der Ereignisse

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