25.04.2017
FLUG REVUE

Rekord-Segelflugzeug mit DruckkabinePerlan II geht wieder auf Höhenrekordjagd

Kurz vor der nächsten Rekordjagdkampagne über den Anden hat das Höhen-Segelflugzeug "Perlan II" über Minden, Nevada seine bisherige Höchstflughöhe auf über 30000 Fuß geschraubt.

Perlan II über Argentinien 2016

Das Spezial-Segelflugzeug Perlan II jagt ab Mai in Anden-Leewellen über Argentinien nach einem neuen Höhenweltrekord. Foto und Copyright: Airbus  

 

Beim bisherigen Rekordflug über der Sierra Nevada seien erstmals 30615 Fuß Höhe (9330 Meter) erreicht worden, meldete Airbus. Der europäische Flugzeughersteller ist Sponsor bei dem von Freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern durchgeführten Segelflug-Forschungsprojekt, das unter der Ausnutzung von speziellen Höhenwinden mit dem Segelflugzeug "Perlan II" an die Grenze des Weltalls vordringen will. Beim jüngsten Höhenflug saßen die Projektpiloten Jim Payne und Miguel Iturmendi am Steuer. 

Die eigentliche Höhenjagd beginnt wieder im Mai über den Anden. Dort tritt dann, im Winter auf der Südhalbkugel, saisonal die Leewelle auf, ein schichtartig wie ein Abbild der Anden in großer Höhe verlaufender Höhenwind über Patagonien, der das Flugzeug zum Weltrekord tragen soll. Schon im vergangenen Jahr hatte das Team in Südamerika auf das, in der benötigten Stärke und Ausprägung, seltene und immer nur kurzzeitige Wetterphänomen gelauert.

"Im letzten Jahr haben wir unschätzbare Erkenntnisse und Erfahrungen gewonnen", sagte Projektchef Ed Warnock über die erste Flugsaison in Argentinien. "Mit diesen Erkenntnissen haben wir das Flugzeug so verbessert, dass wir jetzt über Nevada und bald wieder über Argentinien noch mehr Erfolg haben werden, wenn wir das richtige Wetter erwischen."

Verbessert wurde die Heizung missionskritischer Systeme, darunter der Batterie und Sauerstoffanlagensteuerung. Außerdem wurden die Steuerknüppel verändert, um die Bedienung zu erleichtern. Die beiden Piloten liegen in großer Enge stundenlang in dem torpedoartigen Rumpfkörper und können nur durch kleine Bullaugen ins Freie blicken.

Außerdem wurde der Flugsimulator des Teams verbessert um die Piloten noch intensiver trainieren zu können. Auf Basis des Flugsimulators "x-plane" dient eine maßgeschneidert umprogrammierte Softwareversion zur Darstellung des Flugverhaltens in der dünnen Höhenluft über dem Anden-Relief. Steuerkommandos führen wegen der schwachen Ruderwirkung hier oben erst nach sekundenlanger Einwirkung zu Lageänderungen. Trotzdem muss die Besatzung gegen extreme Turbulenzen in der Leewelle ansteuern.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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