24.08.2012
FLUG REVUE

Qantas kippt Bestellung für 35 Boeing 787Qantas storniert 35 Dreamliner-Bestellungen

Die australische Fluggesellschaft Qantas hat im vergangenen Geschäftsjahr, das am 30. Juni endete, einen Verlust ausgewiesen. Um die Kosten in den Griff zu bekommen, haben die Australier ihre Flottenpläne überarbeitet. Dabei blieben 35 Boeing 787 auf der Strecke.

Qantas 787 (jpg)

 

 

Alan Joyce, der Geschäftsführer von Qantas, musste gestern bei der Bekanntgabe der Bilanz für das am 30. Juni abgelaufene Geschäftsjahr erstmalig einen Verlust melden. 244 Mio. Australische Dollar (205 Mio. Euro) stehen als Saldo am Ende des Geschäftsjahres in den Büchern. Im vergangenen Jahr hatte die Fluglinie noch 245 Mio. Dollar Gewinn gemacht. Für Qantas ist dies der erste Verlust seit 1995.

Negativ belastet wurde das Ergebnis in erster Linie durch das internationale Geschäft der Gesellschaft: Hier lagen die Kosten rund 450 Mio. Australische Dollar (373 Mio. Euro) über den Einnahmen. Es sind vor allem die Treibstoffkosten, die der Känguru-Airline zu schaffen machen. Nach Angaben von Joyce stiegen die Aufwendungen für den Treibstoff in zwölf Monaten um 18 Prozent.

Der Qantas-Vorstand hat deswegen beschlossen, einen neuen Fünfjahresplan aufzustellen und die Flotte anzupassen. Im Rahmen dieser Anpassung hat die Gesellschaft eine Bestellung von 35 Boeing 787-9 im Wert von 8,5 Milliarden US-Dollar storniert. 50 Optionen, die Qantas für dieses Muster gezeichnet hatte, werden um zwei Jahre auf 2016 nach hinten verlegt. Nicht betroffen von der Stornierung des Auftrags sind dagegen die 15 georderten Boeing 787-8 für die Qantas-Tochter Jetstar. Sie sollen nach heutiger Planung im zweiten Halbjahr 2013 geliefert werden. Jetstar gibt dafür die heute eingesetzten Airbus A330 an die Muttergesellschaft ab.

Alan Joyce sagte: "Die Boeing 787 ist ein exzellentes Flugzeug und bleibt ein wichtiger Bestandteil unserer Zukunft. Allerdings haben sich die Umstände seit unserer Dreamliner-Bestellung vor einigen Jahren signifikant verändert. Es ist lebenswichtig für uns, unser Kapital in der Gruppe an den richtigen Stellen einzusetzen. Wir haben die richtige Flottenstrategie, um unsere Kunden auch in Zukunft zufrieden zu stellen und um uns so zu positionieren, dass wir langfristig und nachhaltig wachsen können."

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flugrevue.de/Volker K. Thomalla


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