09.03.2015
FLUG REVUE

Solarflugzeug mit NachtflugfähigkeitSolar Impulse 2 startet zur Weltumrundung

Die Schweizer Rekordjäger Bertrand Piccard und André Borschberg haben am Montag ihre spektakuläre Weltumrundung im Solarflugzeug Solar Impulse 2 begonnen. Dabei wollen die Piloten sich abwechseln und in Etappen ostwärts und auch bei Dunkelheit mit gespeichertem Solarstrom die Welt umrunden.

Solar Impulse 2 Start Abu Dhabi Weltflug

Am 9. März 2015 hob die Solar Impulse 2 vom Flughafen Al Bateen in Abu Dhabi zur Weltumrundung ab (Foto: Solar Impulse).  

 

Um 7.12 Uhr Ortszeit startete die Solar Impulse 2 (Si2) in Abu Dhabi zur Weltumrundung. Am Steuer des Einsitzers befindet sich auf der ersten Etappe André Borschberg. Die Landung soll heute um 19:00 Uhr Ortszeit auf dem Muscat International Airport in Oman erfolgen. Von dort aus geht es dann weiter nach Ahmenabad in Indien.

Innerhalb der nächsten fünf Monate soll das Flugzeug die 35000 Kilometer lange Weltumrundung in 12 Etappen zurücklegen, bei denen sich die beiden Piloten jeweils abwechseln. Als strapaziösestes Flugsegment gilt die fünftägige Pazifiküberquerung, während derer sich der Pilot nur bei vorab geplanten, zwanzigminütigen Kurzschlafphasen erholen kann. Ein einfacher Autopilot übernimmt dann kurzzeitig die Steuerung.

Solar Impulse 2 Weltflug Etappen Karte 2015

Die Weltumrundung wird in Etappen bewältigt. Problematisch sind die Ozeanüberquerungen (Karte: Solar Impulse).  

 

Das viermotorige Elektroflugzeug Solar Impulse 2 wiegt bei 72 Metern Spannweite (mehr als eine Boeing 747) nur so viel, wie ein PKW. Rund 17000 Solarzellen bedecken alle Oberflächen. Besonderheit der extremen Leichtbaukonstruktion ist die Fähigkeit, Solarstrom an Bord zu speichern, so dass auch bei Dunkelheit mit der zuvor "geernteten" Lichtenergie weitergeflogen werden kann. Die Si2 erreicht eine Reisegeschwindigkeit von 50 bis 100 km/h und Höhen von bis zu 8500 Metern.

Eine ständig besetzte Bodenstation in Monaco lotst per Funk das sehr zerbrechliche Luftfahrzeug um örtliche Sturmsysteme und Gewitter herum. Regengebiete kann die Si2 gefahrlos durchfliegen. Ihr Pilot sitzt in einer spartanischen, nicht druckbelüfteten und nur 3,8 Kubikmeter großen Kabine mit Glascockpit auf einem Behälter, der bei Bedarf auch als Spezialtoilette dient. An Bord herrschen Temperaturen von plus 40 bis minus 40 Grad Celsius. Atem-Sauerstoff wird in Flaschen mitgeführt.

Zu den Partnern und Sponsoren gehören die Unternehmen Solvay, Omega, Schindler, ABB, Google, Altran, Bayer MaterialScience, Swiss Re Corporate Solutions, Swisscom und Moët Hennessy.

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Sebastian Steinke


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