12.09.2012
FLUG REVUE

THW befürwortet Transporterflotte für KatastropenhilfeTHW befürwortet Transporterflotte für Katastrophenhilfe

Der Präsident des Technischen Hilfswerks (THW), Albrecht Broemme, hat auf der ILA vorgeschlagen, eigene Transportflugzeuge für den Bedarf der Katastrophenhilfe vorzuhalten. Die Kosten dieser Flotte koenne das THW aber nicht selber tragen. Broemme schlägt stattdessen vor, mit Österreich, der Schweiz und Luxemburg zu kooperieren und gemeinsam eine zusätzliche Transportkapazität zu beschaffen.

Auf einer gemeinsamen ILA-Pressekonferenz mit dem neuen BDLI-Präsidenten Lutz Bertling erläuterte Broemme die besonderen Anforderungen an Luftfahrzeuge im Dienst der Katastrophenhilfe: Demnach müssten die Flugzeuge jederzeit binnen sechs Stunden Stunden zur Verfügung stehen, weltweite Reichweiten schaffen und auf Flughäfen mit unbefestigten Pisten und ohne Bodenabfertigungsgeräte entladen werden können. Außerdem müsse das eingeflogene Hilfsgerät, zum Beispiel Brunnenbohrer und Pumpen, gemeinsam mit seiner Bedienungsmannschaft befördert werden können, um am Zielort die sofortige Einsatzbereitschaft herzustellen.

Broemme erklärte, er halte den Airbus A400M für dieses Aufgabenspektrum für geeignet. Das THW könne sich aber bei einem Gesamt-Jahresetat von 180 Millionen Euro keine eigene Hilfsflotte leisten. Stattdessen plädierte der THW-Präsident dafür, die Bundeswehr mit einer kleinen zusätzlichen Stückzahl von A400M auszustatten. Falls die Bundeswehr, wie geplant, nur eine Flottengröße für ihren eigenen unbedingten Mindestbedarf erhalte, bleibe keine Reserve übrig, die das THW bei Naturkatastrophen nutzen könne.

Kommerzielle Luftftransportkapazität anzumieten, wie bisher vom THW praktiziert, werde bei Krisensituationen stündlich teurer. Bei der Tsunami-Hilfe in Japan habe das THW zudem Schwierigkeiten gehabt, seine Helfer wieder zurückzubringen. Kommerzielle Airlines hätten sich geweigert, in den damals radioaktiv belasteten Norden Japans zu fliegen. Erst die Hilfe des amerikanischen Militärs habe den THW-Rücktransport möglich gemacht, so Broemme.

Laut Lutz Bertling ereigneten sich jährlich weltweit 400 große Katastrophen, von denen jährlich 240 Millionen Menschen betroffen seien. Aufgrund des Klimawandels nähmen Intensität und Häufigkeit zu. Als sinnvolle Größe für eine A400M-Teilflotte zur Katastrophenhilfe nannte Bertling zwei bis drei Flugzeuge. 

Laut Albrecht Broemme könne man dabei eventuell auch mit der Schweiz, Österreich und Luxemburg zusammenarbeiten, mit denen schon eine sehr enge Partnerschaft bei der Katastrophenhilfe bestehe.

Deutschland hatte sich bei EADS vertraglich verpflichtet, ein Produktionslos von 53 Airbus A400M abzunehmen. Wegen der Zeit- und Kostenüberschreitungen soll die Bundeswehr davon aber nur noch 40 Flugzeuge betreiben. Der Bund muss deshalb für seine restlichen 13 Flugzeuge neue Nutzer oder Fremdkunden finden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Die Cargo-Spezialisten Top 10: Die größten Frachtflugzeuge der Welt

23.02.2018 - Angefangen hat es in der Pionierzeit der Luftfahrt mit Briefen, heute passen riesige Generatoren und ganze Segelyachten in die Frachträume der großen Transportflugzeuge. … weiter

Radarsatellit ergänzt Terra SAR-X und TanDEM-X Erdbeobachtungssatellit PAZ gestartet

22.02.2018 - Der spanische Erdbeobachtungssatellit PAZ startete am Donnerstag um 15:17 Uhr (MEZ) erfolgreich mit einer Falcon-9 Rakete von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien/USA. … weiter

Hilfe für Schüler bei der Berufsfindung Airbus-Stiftung beginnt "Flying Challenge"-Betreuungsprogramm

22.02.2018 - Im Rahmen des halbjährigen Betreuungsprogramms "Flying Challenge" unterstützen Airbus-Mitarbeiter erstmals Schüler aus Hamburg mit maßgeschneiderter Hilfe bei der Berufswahl und informieren über einen … weiter

HNA-Tochter ernennt Verkaufsagenten TAL Aviation vertritt Beijing Capital Airlines

22.02.2018 - Die chinesische Fluggesellschaft Beijing Capital Airlines hat TAL Aviation Germany zum General Sales Agent (GSA) in Deutschland ernannt. Die Chinesen wollen damit ihr Wachstum im deutschsprachigen … weiter

Getriebfan von Pratt & Whitney Überarbeitete Dichtung für A320neo-Triebwerk

21.02.2018 - Der US-Triebwerkshersteller Pratt & Whitney präsentiert eine Lösung für das jüngste Problem mit dem PW1100G-JM. … weiter


FLUG REVUE 03/2018

FLUG REVUE
03/2018
05.02.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- A380 gerettet
- PC-24 zugelassen
- Wüstenparkplätze für alte Jets
- Navy-Teststaffel "Dust Devils"
- Hubschrauber-Triebwerke
- BER weiter verzögert