27.09.2017
FLUG REVUE

Boeing gegen BombardierUSA verlangen 220 Prozent Zoll für CSeries

US-Handelsminister Wilbur Ross verkündete am Dienstag das vorläufige Ergebnis der Subventionsuntersuchung gegen die CSeries von Bombardier. Es sollen Ausgleichszölle von 219,63 Prozent erhoben werden.

CS100 Delta Air Lines 2017 Bombardier

Delta Air Lines bestellte im April 2016 bei Bombardier 75 CS100 (Foto: Bombardier).  

 

Boeing hatte im April eine Petition eingereicht, in der ein finanzieller Schaden wegen des Verkaufs von 75 Bombardier CS100 an Delta Air Lines zu Dumpingpreisen geltend gemacht wurde. Laut Department of Commerce wurde in der daraufhin eingeleiteten Untersuchung festgestellt, „dass die Exporteure dieser Waren anfechtbare Subventionen in Höhe von 219,63 Prozent erhielten“.

„Die USA schätzen ihre Beziehungen zu Kanada, aber selbst unsere engsten Verbündeten müssen sich an die Regeln halten ", sagte Handelsminister Ross. „Die Subventionierung von Gütern durch ausländische Regierungen nimmt die Trump-Administration sehr ernst, und wir werden die Richtigkeit dieser vorläufigen Bestimmung weiter prüfen und überprüfen.“ Eine endgültige Entscheidung soll Mitte Dezember verkündet werden.

Bombardier nennt Zölle "absurd"

Bombardier sagte in einer ersten Stellungnahme, „die Größenordnung der vorgeschlagenen Zölle ist absurd und von den Realitäten der Finanzierung von milliardenschweren Flugzeugprogrammen weit entfernt.  … Boeing versucht, den Wettbewerb durch ein verzerrtes Verfahren zu unterdrücken und zu verhindern, dass US-Fluggesellschaften und ihre Passagiere von der CSeries profitieren“.

„Da Boeing bei Delta nicht im Wettbewerb stand und weil Boeing vor Jahren den Markt der CSeries aufgegeben hat, gibt es keinen Schaden“, so Bombardier. „Es gibt einen breiten Konsens innerhalb der Branche in diesem Punkt sowie einen wachsenden Chor von Stimmen, darunter Fluggesellschaften, Verbrauchergruppen, Handelsexperten und viele andere, die sich geäußert haben, um ihre tiefe Besorgnis über den Versuch von Boeing zum Ausdruck zu bringen, die US-Airlines dazu zu zwingen, weniger effiziente Flugzeuge … zu kaufen, die sie nicht wollen“.

Bombardier hatte am 28. April 2016 bekannt gegeben, dass die in Atlanta ansässige Delta Air Lines eine Festbestellung im Umfang von 75 CS100 Flugzeugen mit Optionen für weitere 50 CS100 Flugzeuge aufgegeben hat. Nach Listenpreis liegt der Wert dieser Festbestellung bei rund USD 5,6 Mrd. Die Auslieferungen der Flugzeuge soll Anfang 2018 beginnen. Laut Boeing zahlt Delta nicht den Listenpreis, sondern nur etwa 20 Millionen Dollar pro Flugzeug.

Gegen das Vorgehen von Boeing haben sich bereits seit Wochen die britische und die kanadische Regierung stark gemacht. Der kanadische Regierungschef Justin Trudeau drohte damit, den Kauf von F/A-18 Super Hornets abzublasen, falls Boeing weiter gegen Bombardier vorgeht.



Weitere interessante Inhalte
Übersicht Zivilflugzeug-Bestellungen im Jahr 2018

07.12.2018 - Welche Airline hat bei Airbus, Boeing, Bombardier, Embraer und Co. bestellt oder Optionen gezeichnet? Unsere Übersicht gibt Ihnen eine aktuelle Auflistung der Flugzeugbestellungen im Jahr 2018. … weiter

Viking Air setzt Einkaufstour fort Longview übernimmt Dash-8-Programm von Bombardier

08.11.2018 - Die kanadische Longview Aviation Capital Corp., Mutter von Viking Air, kauft von Bombardier das Dash-8-Programm. Viking Air hatte bereits die Amphibienflugzeugprogramme von Bombardier gekauft und baut … weiter

Erster Stopp: Messebesuch in China Airbus schickt A220 auf Weltreise

05.11.2018 - Ein Airbus A220 von Air Baltic reist ab Montag um die Welt. Der kanadische CFK-Zweistrahler mit Getriebefans soll seine geräumige Kabine und die sparsamen Verbrauchswerte zeigen. … weiter

Regionaljet von Bombardier Neue Kabine für die CRJ-Familie

17.07.2018 - Bombardier hat auf der Farnborough International Airshow an einer CRJ900 das neue Kabinendesign vorgestellt. … weiter

Airbus-Mehrheitsbeteiligung CSeries wird zur "A220"

10.07.2018 - Kurz nach dem Mehrheitseinstieg beim Programm CSeries von Bombardier hat Airbus den kanadischen Zweistrahler in die hauseigene Typenreihe integriert: Neuer Name "A220". … weiter


FLUG REVUE 12/2018

FLUG REVUE
12/2018
05.11.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Raumfahrt Extra
- Wettbewerb: Spar-Jets für Übermorgen
- Neuer britischer Träger: F-35B auf der "Queen Elizabeth"
- Piloten: Die neue Lufthansa-Ausbildung
- A400M in Wunstorf: Erste Einsatzerfahrungen