04.01.2013
FLUG REVUE

Sky Aviation bereitet Superjet 100 für Liniendienst vorSky Aviation bereitet Superjet 100 für Liniendienst vor/Absturz war Pilotenfehler

Noch in diesem Monat will die indonesische Airline den Flugbetrieb mit ihrem ersten Suchoi Superjet 100 aufnehmen. Unterdessen haben die indonesischen Behörden den abschließenden Untersuchungsbericht zum Absturz des Superjets im Salak-Gebirge veröffentlicht.

Suchoi Superjet 100 Sky Aviation

Der erste Suchoi Superjet 100 für Sky Aviation im Hangar in Uljanowsk. Foto: © Suchoi  

 

Laut dem Bericht gab das Bodenkollisionswarnsystem TAWS (Terrain Awareness System) 38 Sekunden vor dem Absturz des Superjets am 9. Mai 2012 die akustische Warnung "Terrain ahead, pull up" aus. Danach kam die Meldung "Terrain ahead" sechs Mal, bis der Pilot "in der Annahme, dass es sich um ein Problem in der der Datenbank handelte", das TAWS-System ausschaltete. Eine Simulation der Behörden ergab, dass eine Kollision mit dem Bergrücken bis zu 24 Sekunden nach der ersten TAWS-Warnung möglich gewesen wäre. Als Ursachen für das Unglück nennt der Bericht drei Gründe: Erstens war sich die Besatzung der bergigen Region in der Umgebung des Flugwegs nicht bewusst und schaltete daher das TAWS ab. Zweitens besaß die Flugsicherung in Jakarta keine Mindestflughöhen für Vektorzuweisungen. Drittens lenkten Gespräche im Cockpit die Besatzung ab, so dass der Pilot nicht bemerkte, dass er den vorgesehenen Flugweg verließ.
Trotz des Absturzes, bei dem auch Angehörige von Sky Aviation ums Leben kamen, hielt die Airline an dem Auftrag über zwölf Maschinen fest. Die erste davon (Seriennummer 95022) war an 29. Dezember 2012 in Uljanowsk an Sky Aviation übergeben worden. Die Instandsetzung und Betreuung erfolgt bei SuperJet International im Rahmen eines auf zehn Jahre laufenden "SuperCare"-Vertrags im Umfang von bis zu 57 Millionen Dollar. Dabei bezahlt die Fluglinie pro Flugstunde einen gewissen Betrag.
Kurz zuvor hatte auch Yakutia als zweite russische Airline ihren ersten Superjet 100 übernommen. Mit zwei Exemplaren will die Gesellschaft Jakutsk mit Harbin in China, Niahata in Japan und Seoul in Südkorea verbinden. Der zweite Jet soll in diesem Quartal ausgeliefert werden.

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www.flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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