Die H160M Guépard hat in Cazaux erstmals mit scharfer Munition geschossen. Airbus Helicopters hat die erste Versuchsreihe dieser Art nach eigenen Angaben abgeschlossen, durchgeführt wurde sie gemeinsam mit der französischen Rüstungsbeschaffungsbehörde DGA.
Drei Waffensysteme getestet
Im Mittelpunkt der Schießversuche stand das Waffensystem HForce. Laut Airbus funktionierten dabei die Abgabe von Täuschkörpern, 12,7-mm-Maschinengewehrbehälter sowie leichte Türwaffen einwandfrei.
Schon im Juni, als die Versuche angekündigt wurden, hatte Airbus die enge Verzahnung der Bewaffnung mit anderen Systemen betont. "Das ist ein großes Ereignis für ein Militärluftfahrzeug, das seine Waffen sehr stark mit Sensoren, Avionik, Missionssystem und sogar dem Autopiloten verzahnt", sagte damals Vincent Chenot, Leiter des H160M-Programms. Bei automatischer Zielverfolgung steuere im Fall des Maschinengewehrs der Autopilot Gier- und Nickachse, um die Treffgenauigkeit zu sichern.
Laut Hersteller verfügt die H160M über einen Missionsassistenten, überarbeitete Sensoren und neue Kommunikationssysteme, die ein Zusammenwirken von bemannten und unbemannten Systemen ("Crewed-Uncrewed Teaming") erlauben sollen. Die Avionik FlytX mit großformatigen Touchscreens soll komplexe Missionen mit nur zwei Besatzungsmitgliedern ermöglichen. Bei der Marine müssten die Piloten dafür auch das taktische Radar bedienen, ein dritter Besatzungsangehöriger wäre nicht nötig.
Geprüft wird zudem, welche weiteren Waffen sich integrieren lassen: Studien laufen zu lasergelenkten Raketen und zur Lenkwaffe Akeron LP des Herstellers MBDA, einem leichten Mehrzweck-Luft-Boden-Flugkörper. Die DGA hatte entsprechende Untersuchungen bereits freigegeben. Waffenaufhängungen und verstärkte Strukturen sollen Spielraum für spätere Erweiterungen bieten, etwa für luftgestartete Effektoren oder ferngesteuerte Munition.
Ersatz für fünf Hubschraubertypen
Die H160M entsteht im Rahmen des Programms "Hélicoptère Interarmées Léger" (HIL, Leichter Mehrzweckhubschrauber). Frankreich will damit fünf derzeit genutzte Hubschraubertypen seiner Streitkräfte ersetzen. Der Helikopter ist von der EASA-zertifizierten zivilen H160 abgeleitet.
Vorgesehen sind Einsätze vom Absetzen von Kommandokräften über Luftabfang und Feuerunterstützung bis zur Bekämpfung von Schiffszielen. Für Rettungs- und behördliche Aufgaben lassen sich bis zu zwei Tragen, ein Fast-Rope-System, ein Lasthaken und eine Rettungswinde einsetzen.
Entwicklung bis 2030
Die Schießversuche sind Teil einer Entwicklung, die laut Airbus noch bis 2030 dauert; dann sollen Entwicklung und Qualifizierung abgeschlossen sein. Bereits jetzt bietet das Unternehmen eine Version der H160 an, die auf den für die französische Marine und die Gendarmerie entwickelten Varianten beruht. Die Marine nutzt ihre Maschinen seit 2022, die Gendarmerie erhielt 2025 ihren ersten Hubschrauber.





