Die Nachrichtenagentur Reuters meldete am Freitag unter Berufung auf drei angebliche Insider aus Chicago, Southwest erwäge für neu geplante, internationale Langstrecken, die Beschaffung von Boeing 787. Die Airline selber hüllt sich darüber allerdings in Schweigen und auch die Flugzeughersteller Boeing und Airbus geben über laufende Kundengespräche normalerweise keine Auskunft.
Dreamliner oder XLR?
Southwest-Finanzvorstand Tom Doxey hatte im September eingeräumt, dass sein Unternehmen die Aufnahme von Langstrecken erwäge, es sei aber noch keine Entscheidung gefallen. Der Chef der Pilotengewerkschaft von Southwest, Jody Reven, hatte kürzlich in einem Podcast ebenfalls angedeutet, dass die Airline mehrere Flottenoptionen für den Fall von Langstreckenflügen prüfe. So stünden ein "großes Flugzeug" oder ein "Standardrumpf-Langstreckenflugzeug" zur Auswahl. Southwest werde "agressiv" von Airbus umworben.
Schließlich hatte Southwest-Vorstandschef Bob Jordan schon im Mai angedeutet, dass "acht bis zwölf" eigene Langstreckenziele für seine Airline interessant sein könnten.
Neues Geschäftsfeld stellt neue Herausforderungen
Falls sich Boeing-Stammkunde Southwest, unser Foto zeigt eine Boeing 737-8 der Airline, tatsächlich für eine Langstreckenflotte entscheidet, hätte dies weitreichende Folgen: Zunächst müssten hausinterne Tarifverträge für die, normalerweise besser bezahlten, Langstreckenbesatzungen vereinbart werden. Parallel werden passende Verkehrsrechte und Slots, Terminalkapazität, Flughafen-Stationen, neue Wartungsverfahren und Ersatzteile erforderlich.
Bislang galten Langstreckenflüge für Billigairlines mit ihren Einheitsflotten oft als zu kompliziert und teuer, denn hier steht man in direkter Konkurrenz mit großen internationalen Branchenriesen und kann viele gewohnte Kosten- und Produktivitätsvorteile aus dem Lowcost-Geschäft auf Kurz- und Mittelstrecken auf der Langstrecke nicht mehr voll ausspielen.





