Eine Flugoperation von zwei AH-64 Apache der US Army am Wochenende in der Region Nashville hat zu den vorübergehenden Suspendierungen von Militärpersonal und anschließend zu einer Untersuchung durch das Verteidigungsministerium geführt. Die Ermittlungen wurden jedoch schon wieder eingestellt. Wieso?
Überflug und Massenproteste
Auf der Plattform X hatte der US-amerikanische Sänger "Kid Rock" ein Video geteilt, das den Musiker vor dem Pool seines Anwesens in Nashville zeigt. Vor dem Pool schwebt eine AH-64 Apache nur weniger Meter entfernt.
"Diesen Respekt wird der hirnlose Gouverneur von Kalifornien niemals kennenlernen. Gott schütze Amerika und all jene, die ihr Leben für sie geopfert haben", schreibt der Sänger dazu. Das Video verbreitete sich schnell in anderen sozialen Medien, nicht allerdings wegen der politischen Aussage des Posts, sondern wegen des fragwürdigen Einsatzes der Militärhubschrauber, die auf den Aufnahmen zu sehen sind.
Denn Nashville, wo die Hubschrauber zu sehen waren, ist nicht nur die Hauptstadt des Bundesstaates Tennessee, sondern auch sehr dicht besiedelt. In solchen Fällen müssen solche Flüge normalerweise ankündigt werden oder speziellen Übungszwecken dienen.
Die beiden Kampfhubschrauber starteten von der Militärbasis Fort Campbell in Kentucky. Ein Sprecher der 101. Airborne Division in Fort Campbell versicherte später, dass die Einsätze nicht mit Protestveranstaltungen in Nashville am selben Wochenende verbunden seien und stattdessen rein zufällig zusammenfielen. In Nashville und vielen anderen Städten in den USA fanden zu der Zeit die "No Kings"-Proteste statt.
Insgesamt waren 8 Millionen Bürger an den Protesten beteiligt, die sich gegen die Trump-Regierung und ihre Politik, unter anderem den Iran-Krieg und die Zensierung der Epstein-Akten sowie die Einwanderungspolitik, richteten. Gavin Newsome, Gouverneur von Kalifornien, hatte sich im Vorfeld mehrfach für die friedlichen Proteste gegen die Regierung ausgesprochen, weswegen er wohl von "Kid Rock" in seinem Post direkt angesprochen wurde.
Doch keine Konsequenzen
Trump kommentierte den Einsatz der AH-64 auf Anfrage so: "Das hätten sie wohl besser nicht getan. Man soll doch keine Spielchen spielen, oder?" Das Militär kündigte zunächst eine Überprüfung der Umstände des Überfluges an. Geprüft werden sollte die Einhaltung von Bundesluftfahrtbestimmungen, die Sicherheitsprotokolle und die erforderlichen Genehmigungsverfahren. Bei Verstößen sollten die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Die beteiligten Soldaten wurden vorübergehend suspendiert.
Aus der Untersuchung wurde allerdings nichts, denn das Verfahren zur Überprüfung des Einsatzes wurde eingestellt. Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte an, dass die vorübergehenden Suspendierungen aufgehoben werden würden. Weitere Konsequenzen seien nicht zu erwarten. Hegseth verwies in seiner Begründung lediglich auf patriotisches Handeln.
Auf X schrieb der Verteidigungsminister lediglich: "Danke, Kid Rock, US Army. Suspendierung der Piloten AUFGEHOBEN. Keine Bestrafung. Keine Untersuchung. Weitermachen, Patrioten", gefolgt von einer US-Flagge.
Einsatzrichtlinien für militärische Hubschrauber
Die AH-64 der US Army sind mit fortschrittlicher Sensorik und Waffensystemen ausgestattet. Der Einsatz dieser Maschinen unterliegt strikten Richtlinien, vor allem in dichtbesiedelten Gebieten.
Es gelten Beschränkungen für Tiefflüge, um die Sicherheit der Zivilbevölkerung zu gewährleisten. Inwiefern der Überflug rechtmäßig war, hätte eine Untersuchung des Militärs gezeigt.
Ein Sprecher der Armee hatte ursprünglich versichert, dass "angemessene Maßnahmen ergriffen werden, sollten Verstöße festgestellt werden". Zu erwarten ist das allerdings nicht mehr.





