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DLR plant Nachbau

Lilienthals Normalsegelapparat kommt in den Windkanal

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) will das erste Serienflugzeug der Welt erstmals originalgetreu nachbauen und wissenschaftlich untersuchen.

Vor 125 Jahren ist Otto Lilienthal als erster Mensch in einem Flugzeug geflogen, nun plant das DLR den Nachbau des ersten Serienflugzeugs der Welt. Die Forscher erhoffen sich dadurch auch Erkenntnisse über den tödlichen Absturz Lilienthals.

Nachgebaut wird Lilienthals so genannter Normalsegelapparat. Er war das erste in Serie gebaute Flugzeug der Welt und wurde mindestens neunmal weltweit verkauft. In einem solchen Fluggerät ist Lilienthal am 9. August 1896 bei Stölln am Gollenberg tödlich verunglückt. Das Otto-Lilienthal-Museum in Anklam führt den Nachbau aus. Dazu kann auf die Original-Konstruktionszeichnungen Lilienthals zurückgegriffen werden. 

Lilienthal-Gleiter sind schon häufiger nachgebaut worden. Nach Angaben des DLR wird jedoch erstmals ein Nachbau historisch korrekt durchgeführt. Dafür sind zahlreiche Voruntersuchungen und Recherchen nötig. So werden Stoffproben von noch erhaltenen Original-Lilienthal-Gleitern genau untersucht, um die Qualität der Bespannung zu ermitteln.

Untersuchung im Windkanal

Sobald der Nachbau fertiggestellt ist, wird er in einem der größten Windkanäle Europas in Marknesse in den Niederlanden untersucht. "Dann wollen wir die gesamte Flugmechanik und aerodynamische Leistungsfähigkeit erfassen", sagt Prof. Andreas Dillmann, Leiter des DLR-Instituts für Aerodynamik und Strömungstechnik in Göttingen, das die wissenschaftlichen Untersuchungen durchführt.

Die Untersuchungen sollen nachweisen, dass Lilienthal ein Flugzeug gebaut hat, das um alle drei Achsen stabil ist. Zudem soll das Flügelprofil genau untersucht werden: wie vergleichbar ist es mit den heutigen? Nicht zuletzt sollen die Ursachen für den tödlichen Absturz Lilienthals geklärt werden.

"Mit dem Projekt, das erste Serienflugzeug der Welt von Lilienthal erstmals historisch korrekt nachzubauen und im Windkanal zu analysieren, wollen wir nicht nur die Wurzeln der Luftfahrt wissenschaftlich analysieren, sondern auch einen der größten Luftfahrtpioniere der Welt würdigen", sagt Prof. Rolf Henke, Luftfahrtvorstand des DLR.

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