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Überschall-Geschäftsreisejet Cranfield University/DLR

Überschall-Flugzeuge unter der Lupe - EU-Projekt SENECA

EU-Projekt SENECA Überschall-Flugzeuge unter der Lupe

Neue Überschall-Jets sind in Arbeit, aber die EU ist skeptisch und will ihre Lärm- und Emissionswirkungen auf die Umwelt genau untersuchen. Auch das DLR ist am Projekt SENECA beteiligt.

"Für die Concorde galten noch Luftfahrtregularien, die höhere Emissionen im Vergleich zu den im Unterschall fliegenden Flugzeugen erlaubten. Die neue Generation von Überschall-Jets wird sich nun an den konventionellen Flugzeugen messen lassen müssen", erklärt Prof. Lars Enghardt, Leiter der Abteilung Triebwerksakustik im DLR-Institut für Antriebstechnik.

Deswegen untersucht das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit internationalen Partnern die Umweltwirkungen einer zukünftigen Flotte von Überschallflugzeugen. Die Forschungsergebnisse sollen dazu beitragen, die umweltschädlichen Effekte der Fluggeräte zu reduzieren.

Um neue Zertifizierungsregeln festzulegen, sind die Behörden auf umfangreiche Daten angewiesen. Das EU-Projekt SENECA (noiSe and EmissioNs of supErsoniC Aircraft) liefert hier einen wichtigen Beitrag für die Erhebung dieser Daten.

Derzeit gehen die Projektpartner davon aus, dass die ersten neuen Überschall-Flugzeuge wegen der Knall-Problematik nicht mit Überschall-Geschwindigkeit über Land fliegen werden, sondern nur über Wasser. Der Überschallknall wird ausführlich im EU-Projekt MOREandLESS analysiert, an dem das DLR ebenfalls beteiligt ist. Hier ermitteln die Wissenschaftler, wie sich unterschiedliche Flugzeugformen auf die Lautstärke des Knalls auswirken.

"Die Effizienz der Flugzeuge im Reiseflug und die Lärmemission in Flughafennähe lassen sich nur schwer miteinander vereinbaren", erklärt Dr. Robert Jaron vom Institut für Antriebstechnik die Herausforderungen beim Design der Flugzeuge. "Wegen des besseren Strömungsverhaltens sind Überschall-Flugzeuge besonders lang und schmal und haben kleine Triebwerke. Für die Lärmminderung bei Start und Landung wären allerdings Triebwerke mit größeren Durchmessern zu bevorzugen."

Nach Ansicht des DLR-Teams, in dem auch das Institut für Physik der Atmosphäre mitarbeitet, gibt es gerade bei der Startprozedur noch Spielraum. Die schlechten Gleiteigenschaften beim Unterschallflug werden bei supersonischen Flugzeugen durch eine besonders starke Motorisierung ausgeglichen. Eine höhere Startgeschwindigkeit mit einer frühen Rücknahme des Triebwerksschubs könnte die Lärmbelästigung in Flughafennähe senken. Auch diese Möglichkeit wird im Projekt untersucht.

Weiterer Forschungsschwerpunkt von SENECA: Der Schadstoffausstoß und sein Einfluss auf das Klima. Der Überschallverkehr wird deutlich höher fliegen als der gegenwärtige Luftverkehr und hat deswegen wahrscheinlich auch andere Auswirkungen auf die Atmosphäre.

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