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Honeywell: Vernetztes Flugzeug

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Breitband-Internet via Satellit soll nicht nur Passagieren zugutekommen. Honeywell zeigt mit seinem Testflugzeug, was alles möglich ist.

Normalerweise nutzt der US-Konzern Honeywell seine Boeing 757-200, Kennung N757HW, für Tests neuer Triebwerke. An diesem Samstag Mitte Juni ist der Testpylon an der rechten Rumpfseite aber leer. Bemer­kenswert ist das 35 Jahre alte Versuchsflugzeug dennoch. Wohl kein anderer Flieger schöpft die Möglichkeiten der Vernetzung so konsequent aus.

Mithilfe des von Honeywell entwickelten JetWave-Antennenterminals auf dem Rumpf empfängt und sendet die 757 Daten über vier verfügbare Ka-Band-Satelliten des britischen Telekommunikationsdienstleisters Inmarsat. „Es geht aber nicht nur darum, JetWave zu testen, sondern zu zeigen, wie wir Konnekti­vität integrieren können“, sagt Carl Esposito, Vice President Marketing and Product Management bei Honeywell. Denn von einer schnellen und zuverlässigen Internetverbindung können nicht nur Fluggäste profitieren, sondern auch Crew und Wartung. Um potenziellen Kunden die Vorteile schmackhaft zu machen, tourte Honeywell mit dem Zweistrahler von Ende Mai bis Ende Juli durch die Welt. Immer online, von den USA über Europa, den Nahen Osten und Asien bis nach Australien. Bei einem Testflug von Paris über Dijon und zurück lag die Downloadrate bei etwa 35 Mbit/s. Die Uploadgeschwindigkeit ist geringer, dennoch funktionierte sogar eine Live-­Videoübertragung über Facebook. Inmarsat gibt die Datenrate mit maximal 50 Mbit/s an, mit künftigen Satelliten sollen bis zu 300 Mbit/s möglich sein.

Um Piloten vor, während und nach dem Flug aktuelle Daten via Internet zur Verfügung zu stellen, hat Honeywell eine ganze Suite an iPad-Apps entwickelt. GoDirect Flight Preview beispielsweise hilft bei der Vorbereitung auf Landungen bei schlechter Sicht. Der Anflug kann in 3D dargestellt werden, mit Wegpunkten, Gleitpfad und Landebahn.

Auch in Sachen Wetterinformationen verspricht Honeywell Verbesserungen. Bislang ist das Cockpitpersonal auf Daten angewiesen, die meist schon vor dem Start überholt sind. GoDirect Weather bietet Echtzeit-Wetterinfos im Flug sowie die Möglichkeit, den Flugplan daran anzupassen. Über das Internet können Flugzeuge zudem ihre Wetterradar-Daten untereinander austauschen.

Big Data unterstützt Instandhaltung

Für die Wartung ist die Vernetzung von Komponenten interessant, in der 757 sind es die Hilfsgasturbine und die Bremsen. Durch die Analyse der Daten werden Vorhersagen darüber möglich, wann welche Teile repariert oder ersetzt werden müssen. Dadurch sollen teure Ausfallzeiten minimiert werden. Über eine App kann sich der Mechaniker zudem am Boden mit dem Flugzeug verbinden, bei Problemen macht ein virtueller Troubleshooter Vorschläge, was für ein Schaden vorliegen könnte.

Die Apps sind laut Esposito Prototypen, wenn auch voll funktionsfähig und teilweise schon im Einsatz bei Airlines. Beispielsweise hat sich Cathay Pacific für das GoDirect-Connected-Maintenance-Paket entschieden. In den nächsten Jahren strebt Honeywell aber vor allem bei den Apps für Piloten eine Migration auf die Cockpitdisplays an. 

FLUG REVUE Ausgabe 09/2017

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