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DLR testet intelligente Flügelklappen im Windkanal. DLR

DLR: Suche nach Gewichtseinsparungen

Intelligenter Flügel gleicht Böen aus

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat erstmals einen Flügel im Windkanal getestet, der mit Hilfe von drei regelbaren Klappen die Effekte auftretender Turbulenzen quasi ausgleicht.

Das Konzept, dass Klappen den Flügel so steuern, dass er den aktuellen Beanspruchungen aus Böen und Turbulenz automatisch ausweicht ist nicht neu und wird bereits im Flugzeugbau eingesetzt. Forscher des DLR haben jetzt aber erstmals einen Flügel mit drei speziell entwickelten Steuerklappen getestet, die mit Hilfe einer ausgefeilten Regelung eine hocheffiziente Reduktion der Flügelbelastungen erlauben.

„Mit einer solchen aktiven Böenlastreduzierung könnten an den tragenden Strukturen der Flügel drei Prozent an Gewicht eingespart werden“, erklärt Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Wolf-Reiner Krüger vom DLR-Institut für Aeroelastik in Göttingen, welches das Windkanalmodell entwickelte.

Die Regelungsalgorithmen wurden am DLR-Institut für Systemdynamik und Regelungstechnik in Oberpfaffenhofen entwickelt und mit Unterstützung des DLR-Instituts für Aeroelastik erfolgreich zum Einsatz gebracht. „Eine absolute Neuheit der untersuchten Dreiklappenregelung ist, dass der mögliche Ausfall einer Klappe automatisch erkannt und direkt von den noch funktionierenden Klappen kompensiert wird“, so der Koordinator der Windkanalversuche Dipl.-Ing. Manuel Pusch vom DLR-Institut für Systemdynamik und Regelungstechnik.

Der Windkanalversuch fand im Rahmen des DLR-Projekt KonTeKst (Konfigurationen und Technologien für das emissions- und lärmarme Kurzstreckenflugzeug) statt. Das Projekt untersucht unter anderem neue Konfigurationen und Triebwerkstechnologien für umweltfreundliche Kurzstreckenflugzeuge. Zu den untersuchten Technologien gehören Schallabschirmungskonzepte sowie Verfahren zur Quelllärmreduktion am Triebwerk und am Flugzeug. Elf DLR-Institute sind am Projekt beteiligt.

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