Günstige Raketen sollen Präzisionswaffen werden: BAE testet Lenksystem auf dem Eurofighter

Günstige Raketen sollen Präzisionswaffen werden
BAE testet Raketenlenksystem auf dem Eurofighter

ArtikeldatumVeröffentlicht am 10.04.2026
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RAF und BAE Systems testen APKWS Laser-Guidance-Kit zur Drohnenabwehr an einem Eurofighter Typhoon.
Foto: BAE Systems

Drohnen dominieren die modernen Konflikte. Dabei kommen allerdings nicht immer Hightech-Drohnen zum Einsatz, sondern oft auch günstige Massenware, die trotzdem großen Schaden anrichtet.

Moderne Kampfjets sind hingegen mit hochpreisigen Präzisionswaffen bestückt, um die billigen Ziele zu bekämpfen.

Dementsprechend bemühen Luftstreitkräfte sich in Sachen Drohnenabwehr darum, immer günstiger oder wenigstens kosteneffizienter zu werden.

Der Rüstungskonzern BAE Systems hat dazu in Zusammenarbeit mit der Royal Air Force (RAF) erfolgreich ein kostengünstiges Lenkflugkörper-System auf dem Kampfjet Eurofighter Typhoon getestet.

Der Flugtest des APKWS-Lenkkits fand vom BAE-Firmenflugplatz Warton in Lancashire aus statt und konzentriert sich darauf, die Integration des Systems in das Kampfflugzeug zu vereinfachen. Für den Test musste der Eurofighter ein Bodenziel auf einem Schiessplatz treffen.

Weitere Tests geplant

BAE Systems kündigte an, die Erprobung in einer nächsten Phase auf Luftziele auszuweiten. Die RAF unterstützt das Programm als Teil einer Serie von geplanten Fähigkeitserweiterungen für den Eurofighter.

In den USA im Einsatz

APKWS steht für "Advanced Precision Kill Weapon System". Das APKWS ist das einzige offizielle US-Programm zur Umwandlung ungelenkter 2,75-Zoll-Raketen in präzisionsgelenkte Munition. Das System ist bereits für zahlreiche Plattformen der US-Streitkräfte zugelassen, unter anderem die A-10 und F-16.

Die APKWS-Lenkeinheit bietet laut Hersteller die höchste bewährte Trefferquote in ihrer Kategorie und ermöglicht präzise Zielerfassung aus über sechs Kilometern Entfernung.

Das Herzstück des Systems ist die Sensoroptik. Der "Distributed Aperture Semi-Active Laser Seeker" ist an allen Lenkflügeln angebracht. Nach dem Abschuss entfalten sich die Flügel und die Sensoren erfassen bewegliche oder stationäre Ziele. Ein 40-Grad-Sichtfeld ermöglicht eine breite Erfassungsfläche und ermöglicht es der Rakete, während des Fluges nachzujustieren.

Das System kann beispielsweise ungelenkte Hydra 70-Raketen lenkfähig machen. Herkömmliche Lenkflugkörper liegen im Schnitt bei über 500.000 Dollar Stückpreis. Eine Patriotrakete kostet um die vier Millionen Dollar. Die Hydra mit APKWS soll laut Experten pro Stück unter 30.000 Dollar kosten. In jedem Fall also eine riesige Ersparnis.