Iran versorgt Russland mit Raketen im Milliardenwert

Raketen, Drohnen und Munition
Iran versorgt Russland mit Raketen im Milliardenwert

ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.01.2026
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Fath-360, Iran
Foto: Saeed Sajjadi

Die Waffenlieferungen begannen bereits vor dem Angriff auf die Ukraine im Februar 2022. Schon im Jahr davor wurden zwischen den Ländern Verträge geschlossen: Teheran hat Moskau seit Ende 2021 militärische Ausrüstung für mehr als vier Milliarden US-Dollar (ca. 3,5 Milliarden Euro) zur Verfügung gestellt, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.

Den Hauptteil der Waffengeschäfte macht ein Paket im Wert von 2,7 Milliarden Dollar (ca. 2,3 Milliarden Euro) aus. Darin enthalten waren mehrere hundert ballistische Kurzstreckenraketen vom Typ Fath-360, knapp 500 weitere ballistische Kurzstreckenwaffen sowie rund 200 Boden-Luft-Raketen für Luftabwehrsysteme. Zusätzlich lieferte Iran Millionen Schuss Munition und Artilleriegeschosse nach Russland.

Anfang 2023 folgte ein weiterer Vertrag über 1,75 Milliarden Dollar (ca. 1,5 Milliarden Euro). Dabei ginge es um die Lieferung von Shahed-136-Kampfdrohnen sowie den Technologietransfer, um diese Waffen auf russischem Boden zu produzieren.

Spekulationen über russische Raketenlieferung

Indes deuten iranische Medienberichte darauf hin, dass Russland möglicherweise hochmoderne Waffentechnologie in Iran transferiert.

Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete Anfang des Monats, dass Iskander-Raketensysteme in Iran eingetroffen seien. Die russischen ballistischen Kurzstreckenraketen können sowohl konventionelle als auch nukleare Sprengköpfe tragen.

Ein anonymer Vertreter der Revolutionsgarden wurde von der iranischen Nachrichtenagentur Fars News mit den Worten zitiert, die Lieferung stelle einen strategischen Meilenstein dar und ermögliche es Iran, entschieden auf Bedrohungen zu reagieren.

Das russische System 9K720 Iskander-M gilt als eines der fortschrittlichsten taktischen Raketensysteme weltweit. Mit einer Reichweite von bis zu 500 Kilometern und Sprengköpfen zwischen 480 und 700 Kilogramm kann es präzise Ziele treffen.

Weder Moskau noch Teheran haben die Medienberichte bislang bestätigt. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow weigerte sich zu kommentieren, was er als "spekulative Medienberichte" bezeichnete. Auch der iranische Außenamtssprecher Nasser Kanaani soll lediglich erklärt haben, dass Verteidigungskooperationen souveräne Angelegenheiten seien, ohne die Meldungen zu bestätigen oder zu dementieren.

Unabhängige Bestätigungen durch Satellitenbilder oder nachrichtendienstliche Quellen liegen bislang nicht vor.