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Berufe in der Luftfahrt: Verfahrensmechaniker

Berufe in der Luftfahrt Verfahrensmechaniker: Know-how im Leichtbau

Um den Treibstoffverbrauch zu senken, setzen Flugzeughersteller vermehrt auf leichte Materialien. Fachkräfte für Faserverbundwerkstoffe sind deshalb gefragt.

Er ist extrem leicht, weist dabei eine hohe Festigkeit auf und ist korrosionsbeständig: kohlefaserverstärkter Kunststoff (CFK). Während der CFK-Anteil beim Airbus A380 noch rund ein Fünftel betrug, wurde er bei der Boeing 787 schon auf 50 Prozent ausgebaut. Und der neueste Widebody, die A350 XWB, besteht sogar zu 53 Prozent aus Verbundwerkstoff.

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Fertigung der CFK-Rumpfschalen der A350.

Fachrichtung Faserverbundtechnik

Doch wie geht man mit CFK um? Wie wird er industriell hergestellt, wie weiterverarbeitet, wie geprüft? Antworten auf diese Fragen lernen Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik, Fachrichtung Faserverbundtechnik, in ihrer Ausbildung. Denn Faserverbundwerkstoffe unterscheiden sich in der Be- und Verarbeitung grundsätzlich von Metallen. Metallbauteile werden aus Halbzeugen, beispielsweise Blechen, hergestellt. Verarbeitet werden sie mithilfe verschiedener Verfahren, zum Beispiel Tiefziehen oder Fräsen. Ein Bauteil aus Faserverbundwerkstoffen wird dagegen anders hergestellt: Die mit einem speziellen Harz vorimprägnierten CFK-Bänder (Prepreg) werden in die gewünschte Form gelegt, im Flugzeugbau erledigen das meist Roboter.

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Seit Herbst 2017 findet man CFK-Türrahmen in jeder neuen A350.

Automated Fibre Placement

Dann geht es in einen speziellen Ofen, den Autoklav, wo das Material unter Temperatur und Druck sowie je nach Verfahren auch unter Vakuum ausgehärtet wird. Neben diesem sogenannten Automated Fibre Placement existieren als Herstellungsverfahren noch das manuelle Laminieren, das für kleinere Serien und einfache Bauteile angewendet wird, sowie das Infusionsverfahren, bei dem die zunächst trockenen Verstärkungsfasern erst in der geschlossenen Form mit Harz imprägniert werden. Nachbearbeitet werden CFK-Bauteile beispielsweise durch Fräsen oder Wasserstrahlschneiden.

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Bei Premium AEROTEC in Nordenham werden die A350-Rumpfschalen montiert.

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In der Herstellung von Flugzeugbauteilen aus CFK einen Namen gemacht hat sich die Airbus-Tochter Premium AEROTEC. CFK-Spezialisten arbeiten an verschiedenen Standorten. In Augsburg werden unter anderem für die A350 XWB die Seitenschalen des hinteren Rumpfs, die Druckkalotte und die Türrahmenstruktur aus CFK gefertigt. Bremen stellt für die A350 etwa die Hälfte der thermoplastischen CFK-Clips für die Verbindungen von CFK-Rumpfschalen mit Spanten und Stringern aus Kunststoff her. In Nordenham entstehen die vorderen CFK-Rumpfschalen der A350, die dort auch komplett montiert werden.

Dreijährige Ausbildung

Interessenten für die dreijährige Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik sollten einen guten Haupt- oder Realschulabschluss mitbringen. Wichtig sind zudem Verständnis für technische Zusammenhänge, handwerkliches Geschick, Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern, Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit. Das monatliche Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt je nach Bundesland zwischen 1800 und 2400 Euro.