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Berufe in der Luftfahrt

Luftfahrzeugtechniker beim Bundesheer

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Auf einem Fliegerhorst wie in Zeltweg sind Mitarbeiter aus vielen Berufsfeldern gefragt. Das österreichische Bundesheer bildet Personal auch selbst aus.

Luftfahrzeugtechniker beim Bundesheer

Die zum Kommando Luftraumüberwachung des Bundesheeres gehörende Fliegerwerft 2 in Zeltweg ist als Typenwerft zuständig für alle Flugzeuge vom Typ Eurofighter, Saab 105Ö und Pilatus PC-7 Turbo Trainer. Die Mitarbeiter der Werft sorgen auch für die Materialerhaltung der Lenkwaffen, der verschiedenen Bodengeräte, Prüf- und Messmittel sowie der Bodenanlagen des Militärflugplatzes Hinter­stoisser. Die Ersatzteilversorgung wird ebenfalls sichergestellt.

Auch handwerkliches Geschick ist gefragt. Foto und Copyright: Bundesheer

Die Tätigkeiten in der Fliegerwerft sind somit vielfältig: Von der kurzfristigen Reparatur im Bereich des Flugbetriebes bis hin zur kompletten Zerlegung von Luftfahrzeugen, von der Prüfung der Einzelteile und Komponenten bis zum Wiederzusammenbau reicht die Palette der Aufgaben. Egal, ob am Flugzeug oder an den Teilsystemen wie etwa Fahrwerk, Triebwerk, Radar oder Bewaffnung – überall arbeiten spezialisierte Fachkräfte eng zusammen, um die Flugzeuge sicher und für den täglichen Flugbetrieb verfügbar zu halten.

Das Aufgabenspektrum einer Flieger­werft bietet Absolventen aller Schulabschlussebenen interessante Arbeitsplätze im Bereich der Luftfahrt. Im handwerklichen Bereich als Gehilfe, Facharbeiter, Werkmeister, Ingenieur oder Diplomingenieur, im Verwaltungs- und Logistikbereich als Gehilfe, Facharbeiter, Sachbearbeiter bis hin zu leitenden Positionen.

Die Luftfahrzeugtechniker müssen die Systeme im Detail kennen. Foto und Copyright: Bundesheer

So vielfältig wie die Materialien in der Luftfahrttechnik sind auch die beruflichen Fähigkeiten der rund 400 Bediensteten der Fliegerwerft 2. Auf Basis von Metall- und Elektroberufen sind im Berufsbild des Luftfahrzeugtechnikers oder des Kommunikationstechnikers viele verschiedene Spezialisierungen vorhanden. Die Arbeitsbereiche einer Tischlerei, einer Sattlerei und einer Näherei sind ebenso anzutreffen. Betriebslogistikspezialisten und Verwaltungsfachpersonal tragen durch ihre Tätigkeiten zum Erreichen der gemeinsamen Ziele bei.

In der Fliegerwerft 2 bildet das Bundesheer in drei Lehrberufen aus. Dies sind Luftfahrzeugtechniker, Kommunikationstechniker und Betriebslogistikkaufmann. Bei der dreieinhalbjährigen Ausbildung zum Luftfahrzeugtechniker im Rahmen eines dualen Ausbildungssystems arbeiten die Streitkräfte mit der ÖBB-Lehrwerkstätte in Knittelfeld zusammen. Die fachspezifische Aus- und Weiterbildung erfolgt heeresintern. In dieser Zusatzausbildung erwerben die technischen Bediensteten die Qualifikationen und Lizenzen.

Langes Studium, gutes Einstiegsgehalt

Die Luftfahrzeugtechniker müssen die Systeme im Detail kennen. Foto und Copyright: Bundesheer

Laut der jüngsten Erhebung zur Studienreihe „Fachkraft 2020“ erhoffen sich potenzielle Bewerber von der Luftfahrtbranche neben guten Einstiegschancen vor allem ein hohes Anfangsgehalt.

Vor allem Studierende der Fächer Ingenieurwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften sowie Naturwissenschaften zieht es in die Luft- und Raumfahrtbranche, so das Ergebnis der von Studitemps.de und dem Department of Labour Economics der Maastricht University durchgeführten Befragung. Sie blicken mit vergleichsweise wenig Sorge auf den Berufseinstieg: Lediglich 26 Prozent der potenziellen Bewerber rechnen mit anfänglichen Schwierigkeiten am Jobmarkt, womit sich Luft- und Raumfahrt im oberen Drittel aller Branchen befinden.

Nur sechs Prozent der Studenten, die später in der Luft- und Raumfahrt arbeiten wollen, streben den Einstieg bereits nach dem Bachelor an. Die überragende Mehrheit will zunächst höhere akademische Grade erlangen, was zum Teil deutlich längere Ausbildungszeiten nach sich zieht. Exakt 45 805 Euro beträgt dafür das erwartete Einstiegsgehalt, was Platz 3 im Ranking der 23 analysierten Branchen gleichkommt.

Die beliebtesten Arbeitgeber der Studenten in der Branche sind die Airbus Group (22,8 %), das DLR (17,5 %), Lufthansa Technik (16,7 %) und Boeing (9,2 %). Im Durchschnitt fußen die studentischen Erwartungen an einen späteren Beruf in der Luft- und Raumfahrt in lediglich 22 Prozent der Fälle auf zuvor erworbener Praxiserfahrung. Hier können gerade „junge“ Wirtschaftsbereiche wie die Internetbranche auf ein deutlich höheres Maß an prägradueller Bindung an nachrückende Absolventen-Jahrgänge verweisen.

FLUG REVUE Ausgabe 10/2015

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