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Luftwaffe - Miriam Altfelder
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Flugbereitschaft der Luftwaffe

Ziviles Flugtraining auf Airbus-Jets

Bei Lufthansa und Eurowings erhalten die Piloten der Flugbereitschaft einen Teil ihrer praktischen Ausbildung auf den Airbus-Mustern A350 und A320.

Sie fliegen hochrangige Bundespolitiker zu Terminen weltweit, transportieren Soldaten, Verletzte und Material und führen Flüge zur Unterstützung bei humanitären Hilfsaktionen und in Katastrophenfällen durch: die Piloten der Flugbereitschaft des Bundesverteidigungs-ministeriums, aktuell 118 an der Zahl.

Die Flotte

Die Flotte umfasst fünf Airbus A310 in verschiedenen Versionen (darunter Tanker und MedEvac), jeweils zwei Airbus A340 und A319CJ, einen Airbus A321, vier Global-5000-Businessjets von Bombardier, drei Global 6000 und drei Hubschrauber vom Typ AS532 Cougar. Im Juli erwartet die Flugbereitschaft auch die erste von drei neuen A350. Die Helikopter sind in Berlin-Tegel stationiert, die restliche Flotte hat ihre Basis am Flughafen Köln/Bonn.

French Painter / Aviation Toulouse
Der erste von drei fabrikneuen Airbus A350 für die Luftwaffe wird derzeit in Hamburg bei Lufthansa Technik für seine künftige Aufgabe vorbereitet.

Eignung für den Fliegerischen Dienst

Die Offiziere, die in eine fliegerische Ausbildung bei der Flugbereitschaft gehen, haben nach Angaben der Bundeswehr unterschiedliche Vorbildungen. So können es Offiziere des Truppendienstes mit und ohne Studium sein oder auch Offiziere aus dem militärischen Fachdienst. Alle Bewerber müssen aber ihre Eignung für den Fliegerischen Dienst nachweisen. Dazu müssen sie das Assessment Center für die Offizierslaufbahn sowie die flugmedizinische Untersuchung auf Wehrfliegerverwendungsfähigkeit und eine fliegerpsychologische Erstuntersuchung bestehen. Schließlich müssen sie bei einer simulationsgestützten fliegerpsychologischen Lern- und Arbeitsprobe zeigen, dass sie die wesentlichen Anforderungen einer militärischen fliegerischen Grundlagenausbildung erfüllen können.

Fliegerische Grundausbildung

Wenn sie für die Flugbereitschaft ausgewählt wurden, absolvieren die Anwärter ihre fliegerische Grundausbildung wie "normale" Verkehrspiloten bei der Lufthansa Aviation Training GmbH in Bremen. Danach werden sie nach Köln versetzt, wo die Auswahl für ein bestimmtes Flugzeugmuster erfolgt. Anschließend durchlaufen sie eine entsprechende Musterschulung an einer zivilen Einrichtung – im Falle der A350 bei Lufthansa, für die Ausbildung auf der A320 ist seit Dezember 2019 Eurowings zuständig. Dabei liegt der Fokus auf der Praxis im Linienbetrieb. Denn wie bei einer normalen Airline ist es für die Flugbereitschaft enorm wichtig, dass alle Abläufe optimal ineinandergreifen.

Lufthansa
Lufthansa stellt regelmäßig eine ihrer A350 für das Training der Luftwaffe-Piloten zur Verfügung.

Theorie und Simulatortraining

An der Düsseldorfer Eurowings-Basis büffeln die Piloten zunächst drei Wochen lang Theorie, zudem steht eine Woche Simulatortraining auf dem Programm. Dabei werden unter anderem Anflugverfahren, Landungen und Notfallszenarien geübt. Danach folgen 125 Flugstunden im sogenannten Line-Training. Die praktische Ausbildung bei Eurowings bringt vor allem zeitlich Vorteile. Durch den Einsatz auf Flügen innerhalb des Streckennetzes der Lufthansa-Tochter verkürze sich die Praxisphase eigentlich auf zwei Monate – das sei ein Viertel der ursprünglichen Dauer, so Eurowings.

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Stark reduziertes Flugprogramm

Allerdings verzögere sich das Line-Training aufgrund des coronabedingt stark reduzierten Flugprogramms. Mit dem erfolgreichen Bestehen eines Prüfungsflugs endet die Ausbildung bei Eurowings, und die Ersten Offiziere kehren in ihre Staffel zurück. Dort werden ihnen die notwendigen Fertigkeiten und Besonderheiten des militärischen Flugbetriebs vermittelt. Nach einem weiteren erfolgreichen Checkflug beginnt dann ihr fliegerischer Alltag im parlamentarischen Flugbetrieb. Die Flugausbildung zum Piloten der Flugbereitschaft dauert nach Angaben der Bundeswehr insgesamt etwa drei bis vier Jahre.