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Hubschrauberpilot bei der Bundeswehr

Bei der Bundeswehr sind nicht nur Jetpiloten gefragt, für Tiger und NH90 sowie die bewährte CH-53 werden auch Hubschrauberführer gesucht. Die Ausbildung findet in Bückeburg statt.

Grundausbildung in Bückeburg

Den Glamourfaktor einer „Top Gun“-Ausbildung sucht man im niedersächsischen Bückeburg vergeblich, aber für angehende Hubschrauberführer der Bundeswehr (und ausländischer Streitkräfte) hält die Heeresfliegerwaffenschule durchaus Hightech parat. Schon bei der dreimonatigen theoretischen Vorbereitung, den so genannten Basic Academics, lernen die Schüler nicht nur im Hörsaal, sondern auch computergestützt. Auf dem Stundenplan stehen Fächer wie Luftfahrzeugtechnik, Aerodynamik oder Luftrecht.

Ausbildung im Simulator

Intensive Besprechungen mit dem Fluglehrer gehören zum Ausbildungsalltag (Foto: Bundeswehr).

Bei der Hubschraubergrundausbildung (HGA) spielen Simulatoren eine wichtige Rolle. Jeder Schüler muss nicht weniger als 98 Stunden in einem der acht Simulatoren verbringen. Die Zahl der „Realflugstunden“ in dem leichten zweimotorigen Turbinenhubschrauber EC135 von Eurocopter ist mit 104 nur unwesentlich höher.

Die angehenden Luftfahrzeugführer werden dabei mit dem gesamten Anforderungsspektrum vertraut gemacht: Beherrschen des Fluggeräts „im Schlaf“, sichere Navigation auch im Tiefflug und bei schlechtem Wetter und Gebirgsflug unter Berücksichtigung der Leistungsgrenzen der EC135 gehören dazu.

Strenges Auswahlverfahren

Die Ausbildung zum Hubschrauberpiloten erfordert auch eine Menge Theoriewissen, zum Beispiel zur Flugplanung (Foto: Bundeswehr).

Die Anforderungen sind also hoch, und entsprechend aufwändig ist auch das Auswahlverfahren. Angesichts der Ausbildungskosten sollen dies nur wirklich geeignete Kandidaten überstehen, die nicht während der Schulung abgelöst werden müssen.

Bewerber sollten sich bewusst sein, dass sie in erster Linie Soldat werden und sich für mindestens 16 Jahre verpflichten, entweder als Offizier des Truppendienstes (Voraussetzung: mindestens Fachhochschulreife oder Realschule und Berufsausbildung) oder als Offizier des militärfachlichen Diensts (Realschulabschluss).

Die erste Hürde ist eine allgemeine Eignungsprüfung, meist an der Offizierbewerberprüfzentrale in Köln. Dort wird in drei Tagen unter anderem mathematisches und technisches Verständnis getestet sowie die psychologische Eignung bei einem Gespräch ausgelotet. Auch eine Fitnessprüfung gilt es zu bestehen, inklusive einer Augenuntersuchung.

Wehrfliegerverwendungsfähigkeit

Die Ausbildung zum Hubschrauberpiloten dauert mehrere Jahre (Grafik: Bundeswehr).

Wer diese erste Phase übersteht, erhält einen Termin beim Flugmedizinischen Institut der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck. Hier werden gezielt die für die Fliegerei wichtigen Grund-fertigkeiten überprüft wie Konzentrationsvermögen, Koordinationsfähigkeiten und Verhalten bei Mehrfachbelastung. Erste „fliegerische“ Tests, bei denen man zum Beispiel mit Stick und Pedalen ein Kreuz mit einem Ziel zur Deckung bringen soll, finden am Computer statt. Auch stehen weitere medizinische Checks an.

Der Bestätigung der Wehrfliegerverwendungsfähigkeit schließt sich eine psychomotorische Eignungsfeststellung an in Form von aufeinander aufbauenden fliegerischen Lehrproben. Diese Phase besteht aus einem Unterrichtsteil, sechs Missionen mit konkreten Aufträgen in einem Simulator und der Überprüfung des Gelernten.

Wer all diese Tests besteht und angenommen wird, findet sich nicht gleich im Cockpit eines Hubschraubers wieder. Erst steht der Offizierlehrgang (fünf oder elf Monate) an, danach für Offiziere des Truppendienstes ein Studium. Bis der Hubschrauberpilot nach Grundausbildung und Waffensystemausbildung auf dem Einsatzmuster im Verband seinen Dienst aufnimmt, vergehen so rund vier Jahre.

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