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Republic P-47 Thunderbolt

"Dottie Mae" ist bald zurück

Aus Caldwell in Idaho kommen gute Nachrichten zur aktuellen Restaurierung der P-47 Thunderbolt "Dottie Mae". Die Flügel sind an den Rumpf montiert und es werden die ersten Hydrauliktests vorgenommen. Der Erstflug soll im Frühjahr stattfinden.

Am Morgen des 8. Mai 1945 war der Krieg in Europa fast vorüber. Um 09.00 Uhr hoben am Flugplatz Kitzingen 20 P-47 Thunderbolt zu einem Flug in Richtung des vor Kurzem befreiten Konzentrationslagers Ebensee ab. Sie sollten zur Demonstration und Stärkung der Moral der Häftlinge mehrfach das Lager überfliegen. In einer der Gruppen flog 2nd Lt. Henry Mohr jr. mit der P-47 mit dem Spitznamen „Dottie Mae“. Zu Beginn des Einsatzes ahnte niemand, dass heute der letzte Verlust einer P-47 während des Zweiten Weltkriegs zu verzeichnen sein sollte. 

Kurz vor Erreichen des Zielgebiets in Österreich überflog die Gruppe in sehr niedriger Höhe den Traunsee. Die Propellerspitzen von Mohrs Maschine berührten die Wasseroberfläche und brachten die Thunderbolt dadurch zum Absturz. Mohr blieb nicht viel Zeit, sich in Sicherheit zu bringen, denn die „Dottie Mae“  versank schnell. Mit letzter Kraft konnte er sich befreien und sich an der Oberfläche halten, doch sein Fallschirm zog ihn langsam in die Tiefe. Herbeigeeilte einheimische Boote schafften es im letzten Moment, den entkräfteten Piloten an Land zu bringen. Mohr wurde in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht. Er war der letzte amerikanische Pilot, der auf dem europäischen Kriegsschauplatz als vermisst gemeldet wurde

60 Jahre später taucht die „Mae“ wieder auf

Das Team der Sandy Air Corp. aus Österreich barg die schwere Einmot am 13. Juni 2005 aus dem See. Im Anschluss wurde sie in die USA verkauft und landete schließlich bei ihrem neuen Besitzer, einem Privatmann aus Kalifornien. Mit dem Großteil der Restaurierung ist die Firma Vintage Airframes in Caldwell im US-Bundesstaat Idaho beauftragt. Dort ist man sich der historischen Bedeutung des Jägers bewusst. Die „Dottie Mae“ ist nicht nur der letzte Verlust eines amerikanischen Flugzeugs über Deutschland gewesen, sondern wird nach Abschluss der Arbeiten auch die einzige fliegende P-47 sein, die eine Einsatzgeschichte auf dem  europäischen Kontinent aufweist. 

Aufgrund des guten Zustands nach der Bergung erfolgte der Wiederaufbau in den letzten zehn Jahren ohne große Probleme. Die Mannschaft um Firmenchef Jack Croul hat bisher den gesamten Rumpf und große Teile der Flächen und der Ruder unter Verwendung originaler Teile wiederhergestellt. Das Cockpit konnte zu 100 Prozent originalgetreu restauriert werden. Ein Highlight ist die vorhandende Zielvorrichtung des Jägers. Der mächtige R-2800-Doppelsternmotor, welcher bei Anderson Automotive restauriert wurde, ist bereits montiert. Inzwischen sind auch die Flügel mit dem Rumpf verbunden und das Team von Vintage Airframes ist derzeit mit den ersten Hydrauliktests am Fahrwerk beschäftigt und es ist geplant, dass die Thunderbolt im Frühling wieder fliegen soll. Vermutlich wird sie auf dem diesjährigen EAA AirVenture in Oshkosh zu sehen sein. Ein heisser Anwärter auf den Titel des Grand Champion. 

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