US-Bomber ohne Chance: Trotz guter Leistungen unterlag die Douglas XB-42 den Jets

Die skurrilsten Flugzeuge der Welt: Douglas XB-42
Mixmaster ohne Chance trotz guter Leistungen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 06.01.2026
Als Favorit speichern

Noch während des Zweiten Weltkriegs begann die Entwicklungsabteilung von Douglas auf eigene Faust mit dem Entwurf eines mittleren Bombers, der die aktuellen Muster in den Schatten stellen sollte. Dazu wählten sie eine mehr als ungewöhnliche Triebwerksanordnung: Um den Rumpf so aerodynamisch günstig wie möglich auszuführen, gab es vorne keinen Propeller. Stattdessen trieben die beiden hinter dem Cockpit im Rumpf platzierten Allison V-1710 zwei gegenläufige Luftschrauben im Heck an. Dazu kamen fast neun Meter lange Wellen und ein Getriebe zum Einsatz.

Die Waffen fanden im geräumigen Bombenschacht Platz. Beim Fahrwerk kam eine Ausführung mit Bugrad zum Einsatz. Jeder der zwei Piloten verfügte über eine eigene Cockpithaube. Trotz der ungewöhnlichen Erscheinung ließen sich die US Army Air Force von den geplanten Vorteilen überzeugen – schließlich konnte der Douglas-Entwurf die doppelte Bombenlast der aktuellen Martin B-26 Marauder 800 Kilometer weiter tragen, und war dabei um fast 200 km/h schneller. Also bestellten die Generäle im Juni 1943 zwei Prototypen.

Vielversprechender Beginn

Im Gegensatz zu manch anderem Programm begann die Karriere des neuen Musters recht vielversprechend: Der Erstflug erfolgte am 6. Mai 1944 sogar etwas früher als vorgesehen, und darüber hinaus erreichte die "Mixmaster" getaufte XB-42 schon früh in der Erprobung die gesteckten Leistungsziele. Der zweite Prototyp erhielt bereits die zum Selbstschutz gedachte Bewaffnung von zwei ferngesteuerten 12,7-mm-MGs in der Flügelhinterkante sowie eine einteilige Cockpithaube. Bei der Erprobung durch die USAAF Ende 1945 stellte das Flugzeug bei einem transkontinentalen Flug mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 697,8 km/h eine neue Bestmarke auf, ging aber wenig später bei einem Absturz verloren.

Douglas XB-42 beim Start
US Air Force

Jets verhindern Serienauftrag

Trotz der guten Leistungen kam es zu keinem Serienauftrag, denn die militärische Führung hatte schon den noch vielversprechenderen Strahlantrieb im Blick. Als ersten Zwischenschritt verpassten die Ingenieure der verbliebenen Mixmaster als XB-42A zusätzliche Jetantriebe in Gondeln unter dem Flügel.

Technische Daten

Typ: mittlerer Bomber
Erstflug: 6. Mai 1944
Produktion: zwei Exemplare
Verbleib: eingelagert in Dayton (Nat. Mus. of the U.S. Air Force), zweite XB-42 abgestürzt
Besatzung: 3
Antrieb: zwei Allison V-1710-125 mit je 988 kW Leistung
Länge: 16,36 m
Spannweite: 21,49 m
Höhe: 5,74 m
Leermasse: 9475 kg
Startmasse: 16194 kg
Höchstgeschwindigkeit: 660 km/h
Reichweite: 2985 km
Bewaffnung: 3630 kg Bomben und vier 12,7-mm-MGs in den Tragflächen

Titelbild "Die skurrilsten Flugzeuge der Welt"
Motorbuch Verlag

Das Buch zum Thema

Vom fliegenden Pfannkuchen bis zum Atomreaktor in der Luft: Die Geschichte der Luftfahrt ist voller Erfolge und Rekorde, aber für jede Bestleistung steht mindestens ein gescheitertes oder wenigstens skurriles Projekt. Manche Entwürfe waren ihrer Zeit weit voraus, andere hatten von vornherein kaum eine. Dieser mit faszinierenden Bildern bestückte Band beschreibt die ungewöhnlichsten Flugzeuge der Luftfahrtgeschichte samt Hintergründen, technischen Daten und dem Verbleib erhaltener Maschinen. Ein Buch zum Schmökern mit gleichzeitig hohem Nutzwert.

Der Band ist erhältlich im Shop des Motorbuch Verlags.