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Boeing

Kostendruck durch MAX-Grounding

Bleibt Southwest eine reine 737-Airline?

Seit 47 Jahren setzt Southwest Airlines auf die Boeing 737 – nur auf die Boeing 737. Das Grounding der 737 MAX stellt die enge Geschäftsbeziehung auf eine harte Probe: Airlinechef Gary Kelly kann sich auch andere Flugzeuge in der Flotte der weltgrößten Billigairline vorstellen.

„Wir sind ein reiner 737-Betreiber“, sagte Kelly im Interview mit „Bloomberg“. „Das bedeutet aber nicht, dass wir in alle Ewigkeit ein reiner 737-Betreiber bleiben werden.“ Die Airline setzt das Standardmodell seit den ersten Flügen im Juni 1971 in ihrer Flotte ein.

Mit 34 Boeing 737 MAX 8 sind die Texaner derzeit der größte Betreiber der Neuauflage und vom Grounding besonders stark betroffen. „Offensichtlich ist die aktuelle Situation rund um die MAX für uns nicht gerade besonders glücklich“, sagte Kelly. „Ich werde nicht versuchen, das abzustreiten.“

Mindestens bis August ohne MAX

Allein der aktuelle Ausfall treibe die Kosten für jeden geflogenen Sitzplatzkilometer von Southwest Airlines um fünf Prozent in die Höhe, rechnete Kelly in dieser Woche den Aktionären vor. Für das laufende Jahr hatte Southwest Airlines mit Boeing die Lieferung von 44 737 MAX 7 und MAX 8 vereinbart. Bis zur Wiederzulassung mit einem Update der umstrittenen Trimmautomatik MCAS werden keine Flugzeuge geliefert. Southwest Airlines plant bis mindestens 05. August komplett ohne die MAX.

Laut Insider-Kreisen will Southwest Airlines gleichwohl Lieferslots anderer Airlines nachbesetzen, die 737 MAX stornieren oder später abrufen. Aus eigenen Festaufträgen und Optionen kann Southwest bis 2026 383 Boeing 737 MAX beziehen.

Boeing feierte am 13. März 2018 die Fertigstellung der 10000. 737. Die MAX 8 ging an den treuen Stammkunden Southwest.

Norwegian hat mit Boeing gerade neue Liefertermine vereinbart, durch den Zerfall von Jet Airways werden weitere Flugzeuge frei. Lion Air und Ethiopian Airlines prüfen eine Annullierung offener Bestellungen.

Southwest hat sich A220 angesehen

Nach einem Bericht der Fachseite „The Air Current“ hat sich Southwest Airlines bei einer Stippvisite in Europa kürzlich den Airbus A220 bei einem Betreiber vor Ort zeigen lassen.

Schließlich habe die an der Börse gelistete Airline „eine Pflicht, sich mit allen neuen Entwicklungen zu befassen“, hielt Kelly den Ball flach, sagte aber auch: „Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es keinen Grund, sich darauf festzulegen, dass wir für immer mit nur einem Flugzeugtyp in der Flotte arbeiten werden – oder nicht.“

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