Unter Montanas tiefblauem "Big Sky" begleiteten zwei MH-139A Grey Wolf erstmals operativ einen Konvoi mit Wartungs- und Sicherheitsfahrzeugen der US Air Force. In über sechs Stunden und etwa 100 Kilometern führte die Route durch raues, bergiges Gelände im nördlichen Montana zu einer Minuteman-III-Raketenstellung östlich der Malmstrom Air Force Base, wo die Helikopter stationiert sind.
Schneller und leistungsstärker als die Vorgängerin
"Die Performance des Hubschraubers war beeindruckend", berichtete Major Nicholas Smith, Pilot der 40th Helicopter Squadron, unmittelbar nach dem Einsatz. "Der Test hat bewiesen, dass die Grey Wolf alle erforderliche Feuerkraft mitbringt, um unsere nationalen Atomstreitkräfte in einem echten Szenario zu verteidigen."
Besonders bemerkenswert war, dass die MH-139A während der gesamten Mission nicht betankt werden musste. Im direkten Vergleich zu ihrer Vorgängerin, der legendären Bell UH-1N Huey, ist die Grey Wolf etwa 50 Prozent schneller und konnte mehrere Minuten früher am Einsatzort eintreffen – "bewaffnet und mit doppelt so vielen Soldaten an Bord".
Grey Wolf bringt deutliche Verbesserung
Smith hob außerdem die verbesserte Wärmebildtechnik hervor. "Das Forward Looking Infrared und die modernen Avionikssysteme haben unserer Besatzung ein deutlich besseres Lagebild ermöglicht und damit unsere Fähigkeit, die Bodeneinheiten zu unterstützen, erheblich gestärkt", erläuterte der Major.
Auch die Konvoi-Teams am Boden zeigten sich begeistert. Senior Airman Nicholas Scaramucci erkannte in der MH-139 eine deutliche Verbesserung: "Die höhere Höchstgeschwindigkeit ist ein großer Vorteil für unsere Konvois."

Die MH-139A unterstützt die Interkontinentalraketen-Silos des Air Force Global Strike Command, die sich über Wyoming, Montana, North Dakota, Colorado und Nebraska erstrecken.
Die Malmstrom Air Force Base überwacht über 35.000 Quadratkilometer mit mehr als 100 verteilten Raketenstellungen. In den abgelegenen Gegenden Montanas sind Geschwindigkeit und Reichweite operative Notwendigkeiten.
Generalmajor Stacy Huser, Kommandeur der 20th Air Force, zog ein positives Fazit aus der ersten operativen Mission: "Die MH-139 ermöglicht es uns, unsere ICBM-Infrastruktur noch Jahrzehnte zu unterstützen – mit erhöhter Geschwindigkeit, Reichweite und Tragfähigkeit."
Erste Startschwierigkeiten
Im September 2018 vergab die Air Force einen 2,4-Milliarden-Dollar-Auftrag an Boeing, um die alternde UH-1N-Flotte zu ersetzen und die Sicherheit der US-Atomwaffensilos langfristig zu gewährleisten. Die UH-1N sind bereits seit den 1970er Jahren im Einsatz.

Gegenüber der UH-1N Huey bietet die MH-139A eine deutlich größere Reichweite (1440 km statt 555 km), höhere Marschgeschwindigkeit (260 km/h statt 185 km/h) und zusätzliche Nutzlast (2270 kg mehr).
Ursprünglich plante die Air Force, bis zu 84 Hubschrauber bei Boeing anzuschaffen. Aufgrund von Budgetproblemen wurde die Bestellmenge jedoch wiederholt reduziert. Derzeit hat die Air Force nur noch 34 Grey Wolfs in Auftrag gegeben.
Im vergangenen Jahr traten vor der Testphase bei der Air Force Probleme mit der MH-139 auf. Der Motor neigte dazu, Staub und Verschmutzungen aufzusaugen, was in unwegsamem Gelände zu Motorleistungsverlusten und langfristigen Wartungsproblemen führte. Darüber hinaus gab es Mängel bei der Avionik und Sensorik. Das Pentagon warnte damals, dass die operative Erprobung verzögert werden könnte.





