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Änderungen am Tanker

A330 MRTT wird verbessert

Die Verkäufe laufen gut, trotzdem wird Airbus Defence & Space bei seinem Tanker einige Änderungen durchführen.

Auch bei Bestsellern wie dem Verkehrsjet A330 ist Produktpflege gefragt, und so wird Airbus unabhängig von dem in Farnborough vorgestellten neo-Programm an seinem Langstrecken-Zweistrahler eine Reihe von strukturellen und aerodynamischen Verbesserungen durchführen, um die Startmasse zu erhöhen und den Widerstand zu vermindern. Von den Maßnahmen profitiert auch die Tankervariante A330 MRTT, die ab 2017 in der „Enhanced“-Version geliefert werden soll.

Dabei werden nicht nur die Zelle und die Basisavionik (neue Rechner und Displays) modernisiert, sondern auch eine Reihe von militärischen Sys­temen auf den neuesten Stand gebracht. Weiterentwicklungen betreffen das Missionssystem und die Missionsplanungssoftware sowie die Integration von IFF Mode 5 (Freund-Feind-Kennung). Die Darstellung für den Bediener der Tanksysteme wird vereinfacht.

Die „Enhanced“-Variante kann darüber hinaus auf das sogenannte „Boom Upgrade 3“ zurückgreifen, das sich derzeit auf Wunsch der Royal Australian Air Force im Flugtest befindet. Es geht hierbei um Anpassungen der Steuersoftware des Tankauslegers, der die Kopplung mit großen Empfängern erleichtern soll. Diese produzieren im Gegensatz zu Jets eine offenbar störende „Bugwelle“. Die erste A330 für die Umrüstung auf den „Enhanced“-Standard wird im Oktober 2015 in Getafe erwartet. Sie soll im Juli 2016 ihre Flugerprobung aufnehmen, für die rund 300 Stunden angesetzt sind. Als erster Kunde wird Singapur Ende 2017 die neue Ausführung erhalten. Das Land bestellte im Februar sechs A330 MRTT. Bis dahin werden die restlichen der bisher bestellten 28 Maschinen an Kunden wie Air Tanker (Leasing an die RAF) und Saudi-Arabien geliefert.

Airbus Defence & Space ist zuversichtlich, bald neue Aufträge in den Büchern zu haben. Katar und Indien haben sich für das Tankflugzeug entschieden, wobei die endgültige Unterschrift Indiens für eine Order von sechs Maschinen noch aussteht. Mit Frankreich will man einen Vertrag für neun Flugzeuge (plus drei Optionen) bis zum Jahreswechsel unter Dach und Fach haben. Interessant wird es schon zuvor in Südkorea, wo die A330 MRTT in einem Wettbewerb zum ersten Mal auf die Boeing KC-46A trifft. Eine Entscheidung soll bis November fallen. Es geht um vier Flugzeuge im Wert von etwa einer Milliarde Euro, die ab 2017 geliefert werden müssten.

FLUG REVUE Ausgabe 09/2014

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