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Italien kauft Piaggio Aerospace P.1HH

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Mit einer Ableitung seines Geschäftsreise-Turboprops Avanti erhofft sich Piaggio gute Geschäfte im Markt der unbemannten Aufklärungsflugzeuge.

Dass Generalleutnant Pasquale Preziosa, der Inspekteur der Aeronautica Militare Italiana, die Entscheidung zum Kauf eines neuen UAV-Systems ausgerechnet auf der Rüstungsmesse IDEX in Abu Dhabi verkündete, kommt nicht von ungefähr: Die P.1HH HammerHead wird von Piaggio Aerospace gebaut, und dieses traditionsreiche Unternehmen gehört heute zu 98 Prozent der Mubadala Development Company, einer Investmentfirma des Emirats am Golf. Geld sollte also genügend vorhanden sein, um sich neben dem Geschäftsreisebereich neue Absatzfelder zu erschließen.

Die HammerHead zielt auf den MALE-Markt (mittlere Flughöhe, lange Einsatzdauer) der von Mustern wie MQ-9 Predator oder der israelischen Heron beherrscht wird. Dieser Konkurrenz setzt Piaggio insbesondere die hohe Zuverlässigkeit entgegen, die Einsatzfähigkeit bei jedem Wetter und die einfache Wartung. All das resultiert daraus, dass die P.1HH auf einem bewährten zivilen Geschäftsreiseflugzeug basiert. Aerodynamische Änderungen gegenüber der P.180 Avanti II betreffen eine von 14 auf 15,60 Meter erhöhte Spannweite sowie eine Verkleidung für die Satcom-Antenne auf dem Rumpf.

Für die Entwicklung der automatisierten Flugsteuerung, des Missionsmanagementsystems, der Datenlinks und der Sensoren sowie der Bodenstation arbeitet Piaggio mit Selex ES zusammen. Als Sensoren werden vorerst der im Bug montierte elektro-optische Behälter StarSafire 380HD und das Radar Seaspray 7300E angeboten. Generell bietet der Rumpf Platz für Systeme aller Art. Sie können aus Höhen bis 13 700 Metern weite Gebiete überwachen, wobei die Einsatzdauer mit maximal 16 Stunden angegeben wird. Für die Beobachtungsmission kann die P.1HH etwa 250 km/h schnell fliegen, während die Höchstgeschwindigkeit 730 km/h beträgt.

Für die im Februar 2013 angekündigte Entwicklung der HammerHead wurde zunächst eine normale P.180-Zelle mit den UAV-Systemen ausgerüstet. Sie begann ihr Flugtestprogramm am 14. November 2013. Seit dem 22. Dezember 2014 fliegt von der Militärbasis Trapani-Birgi auf Sizilien aus auch der seriennahe Prototyp 001, mit dem die militärische Zulassung erreicht werden soll. Ziel ist es, bereits Anfang 2016 mit den Lieferungen an die italienischen Luftstreitkräfte zu beginnen. Diese erhalten zunächst sechs Fluggeräte und drei Bodenstationen.

Der neue Piaggio-Chef Carlo Logli ist zuversichtlich, „dass die P.1HH das erste hochmoderne europäische unbemannte MALE-System wird, das in der Lage ist, ein weites Spektrum von Überwachungsmissionen auf höchstem technologischen Niveau abzudecken“. Die HammerHead soll dabei für Piaggio erst der Anfang im Militärgeschäft sein. Noch dieses Jahr will man eine weitere Ableitung der Avanti in die Luft bringen – ein bemanntes Multi-role Patrol Aircraft, bei dem die Spannweite auf 21,4 Meter erhöht wird. Ausgestattet mit Radar, Kameras und Datenfunksystemen sowie zwei Bedienkonsolen in der Kabine soll das MPA-Modell eine Flugdauer von 6,4 Stunden bieten.

FLUG REVUE Ausgabe 06/2015

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