Auftrag für General Atomics
Der amerikanische Ekranoplan

General Atomics Aeronautical Systems hat von der Forschungsbehörde DARPA einen Auftrag für Konzeptarbeiten an dem großen Bodeneffektfluggerät Liberty Lifter.

General Atomics erhielt einen DARPA-Auftrag für Studienarbeiten am Liberty Lifter.
Foto: DARPA

Der Auftrag hat einen Wert von 7,967 Millionen US-Dollar. Die Arbeiten werden in Poway, Kalifornien, durchgeführt und sollen im Mai 2023 abgeschlossen sein. Bei diesem Vertrag handelt es sich um eine wettbewerbsorientierte Beschaffung in Übereinstimmung mit der ursprünglichen Broad Agency Announcement, so das Pentagon.

Im Liberty-Lifter-Projekt soll ein kostengünstiges X-Plane mit großer Reichweite entwickelt, gebaut und geflogen werden, das in der Lage ist, strategische und taktische Transporte auf dem Seeweg durchzuführen. Das neue Fahrzeugkonzept soll die bestehenden Frachtflugzeuge durch den Nachweis revolutionärer Lufttransportfähigkeiten bei Flügen im Bodeneffekt über dem Meer ergänzen.

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Das geplante Flugzeug soll einen schnellen und flexiblen strategischen Transport von sehr großen und schweren Lasten mit der Fähigkeit kombinieren, im Wasser zu starten und zu landen. Seine Struktur wird sowohl einen sehr kontrollierten Flug in der Nähe von turbulenten Wasseroberflächen als auch einen Dauerflug in mittleren Höhen ermöglichen. Darüber hinaus wird das Flugzeug nach einem kostengünstigen Design- und Konstruktionsprinzip gebaut, teilte die DARPA (Defense Research Projects Agency) mit.

"In dieser ersten Phase des Liberty-Lifter-Programms werden die Reichweite, die Nutzlast und andere Parameter des einzigartigen Wasserflugzeugs festgelegt", sagte Alexander Walan, Programmmanager im Tactical Technology Office der DARPA.

Um die Unzulänglichkeiten bestehender Fluggeräte und Einsatzkonzepte zu beheben, konzentriert sich das Liberty Lifter-Programm auf die Bewältigung von drei wesentlichen Herausforderungen.

# Erweiterte maritime Operationen: Der Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz in turbulenten Seegebieten durch die Entwicklung von Hochauftriebsfähigkeiten bei niedrigen Geschwindigkeiten, um die Wellenbelastung beim Start und bei der Landung zu verringern, sowie durch innovative Konstruktionslösungen zur Absorption der Wellenkräfte. Darüber hinaus wird sich das Projekt mit den Risiken von Fahrzeugkollisionen während des Hochgeschwindigkeitsbetriebs in überfüllten Umgebungen befassen. Schließlich soll das Fluggerät wochenlang auf See betrieben werden können, ohne dass Wartungsarbeiten an Land erforderlich sind.

# Erschwingliche Produktion in großem Maßstab: Bei der Konstruktion wird kostengünstigen, einfach zu fertigenden Designs der Vorzug vor komplexen, gewichtsoptimierten Konzepten gegeben. Die Materialien sollten erschwinglicher sein als im traditionellen Flugzeugbau und in großen Mengen beschafft werden können.

# Komplexe Flug- und Wasseroberflächensteuerungen: Es werden fortschrittliche Sensoren und Steuerungssysteme entwickelt, um große Wellen zu vermeiden und die aerodynamischen und hydrodynamischen Wechselwirkungen während des Starts und der Landung zu bewältigen.

Schon in der Vergangenheit wurde immer wieder versucht, Flugzeuge zu entwickeln, die mit einem "Flügel-im-Boden-Effekt" fliegen, d. h. das Flugzeug fliegt nicht höher über dem Wasser und Land als seine Spannweite ist. Die bekanntesten Beispiele sind die sowjetischen "Ekranoplane". Diese Fahrzeuge erreichten hohe Geschwindigkeiten und waren unabhängig von der Landebahn, konnten aber nur in ruhigen Gewässern eingesetzt werden und waren nur begrenzt manövrierfähig.

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