Upcycling: Aus alten Kampfjets sollen neue Drohnen entstehen

Start-up holt 7,4 Millionen Euro
Aus alten Kampfjets sollen neue Drohnen entstehen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.02.2026
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Aus alten Kampfjets sollen neue Drohnen entstehen
Foto: Bundeswehr

Kampfflugzeuge und Hubschrauber sollen nach ihrer Dienstzeit nicht mehr einfach abgestellt werden. Jedenfalls sieht das ein europäisches Start-Up so. Das britisch-luxemburgische Unternehmen Uplift360 hat 7,4 Millionen Euro eingeworben, um seine Technologie zur chemischen Wiedergewinnung von Hochleistungsverbundwerkstoffen aus alten Kampfjets und Militärhubschraubern auf industriellen Maßstab zu bringen.

Angeführt wurde die Finanzierungsrunde vom europäischen Deep-Tech-Fonds Extantia. Daneben beteiligten sich der NATO Innovation Fund, Promus Ventures sowie Fund F. Das eingesammelte Kapital soll vor allem dazu dienen, noch in diesem Jahr eine erste Pilotanlage in Großbritannien in Betrieb zu nehmen.

Kein Recycling, sondern Regeneration

Uplift360 sieht sich nicht als klassisches Recyclingunternehmen für militärisches Gerät. Die Firma setzt auf ein chemisches Verfahren, das Materialien wie Carbonfaser oder Aramid aus ausgedienten Bauteilen herauslöst, ohne deren Eigenschaften zu beeinträchtigen. Die zurückgewonnenen Fasern sollen dieselbe Qualität haben wie das Ausgangsmaterial. Das Unternehmen spricht daher bewusst nicht von Recycling, sondern von Regeneration.

Herkömmliche Recyclingverfahren für Kohlefaser liefern in der Regel minderwertigeres Material, das kaum noch für sicherheitskritische Anwendungen infrage kommt, so Uplift360. Das Unternehmen will die Materialien allerdings wieder zurück in die Lieferkette von Luftfahrt- und Rüstungsindustrie bringen.

CEO Sam Staincliffe formuliert es so: "Unser Verfahren verwandelt das, was bisher verbrannt, vergraben oder exportiert wurde, in einen zuverlässigen Rohstoffstrom hoher Qualität und stärkt damit die Versorgungssicherheit für Hersteller und staatliche Auftraggeber."

Aus Jets und Hubschraubern werden Drohnen

Gemeinsam mit dem britischen Rüstungsunternehmen Babcock wird untersucht, wie sich Bauteile des Kampfflugzeugs Eurofighter Typhoon am Ende seiner Nutzungsdauer aufbereiten lassen. Auch Rolls-Royce zählt zu den Kooperationspartnern.

Besonders weit ist die Zusammenarbeit anscheinend mit dem Rüstungskonzern Leonardo. Aus dem Rotorblatt eines ausgemusterten EH101-Hubschraubers gewann Uplift360 mittels seines Niedertemperatur-Chemikalienprozesses hochwertige Carbonfasern, die anschließend zu einem funktionsfähigen Drohnenarm verarbeitet wurden.