Der britische Journalist Richard Gaisford, der für den englischsprachigen Kanal von Al Jazeera arbeitet, filmte von außerhalb des Zauns am Fliegerhorst Fairford, wie mindestens zwei B-1B Lancer für den nächsten Einsatz gegen den Iran mit neuer Munition beladen werden. Das Video entstand tagsüber am 11. März. Zu sehen sind neben den Überschallbombern zahlreiche JDAM-Lenkbomben des Typs GBU-31, vermutlich mit 900 Kilogramm-Bunkerbrecher-Sprengköpfen (BLU-109).
JDAM steht für "Joint Direct Attack Munition" und bezeichnet einen von den USA entwickelten Rüstsatz, der gewöhnliche Freifallbomben in präzisionsgelenkte Luft-Boden-Waffen umwandelt. Das System ist günstig, genau und effizient – ähnlich wie das in Russland verwendete UMPK-System, mit dem die russische Luftwaffe im Ukraine-Krieg Erfolge verzeichnete. Der Stückpreis für JDAM-Rüstsätze liegt bei etwa 30.000 US-Dollar.
Auf dem Video aus Fairford werden die JDAMs offenbar zur Montage auf den internen Revolvermagazinen der B-1B-Bomber vorbereitet. Jede Lancer besitzt drei dieser Magazine, je eins in jedem Bombenschacht. Insgesamt beträgt die interne Waffenlast der B-1B bis zu 34 Tonnen – was umgerechnet 24 GBU-31-Lenkbomben mit 900 Kilogramm-Sprengkopf entspräche.
Iranische Flugabwehr geschwächt
Dass die US Air Force bei den Attacken auf den Iran offenbar jetzt verstärkt auf JDAMs setzt, ist für manche Beobachter ein Signal dafür, dass die USA und Israel inzwischen mehrheitlich die Lufthoheit über dem Iran errungen haben. Schließlich besitzen die Gleitbomben nur eine maximale Reichweite von knapp 30 Kilometern, was bedeutet, dass die Bomber zum Abwurf ihrer explosiven Fracht in den iranischen Luftraum eindringen müssen.
Tatsächlich hatte US-Kriegsminister Pete Hegseth bereits vor rund einer Woche verkündet, die USA hätten zu Beginn der Attacken "ausgefeiltere Distanzmunition eingesetzt, brauchen das aber jetzt nicht mehr." Berichte, wonach die Bestände an Marschflugkörpern mit größerer Reichweite zur Neige gehen und man auch deshalb auf die JDAMs umsattle, wies das Pentagon dagegen wiederholt zurück.
Billige Lenkbomben, teure Cruise Missiles
Tatsächlich fliegen die B-1B weiter auch mit Luft-Boden-Raketen des Typs AGM-158 JASSM gegen Ziele im Iran. Darauf deuten weitere Bilder des Al Jazeera-Mitarbeiters Richard Gaisford aus Fairford hin, auf dem mehrere dieser von Lockheed Martin produzierten Marschflugkörper zu erkennen sind. Die mit GPS- und Trägheitsnavigation ausgestatteten JASSM-Lenkwaffen (JASSM steht für Joint Air-to-Surface Standoff Missile) besitzen eine Reichweite von mindestens 350 Kilometern, kosten pro Stück aber auch mehr als eine Million US-Dollar.
Weitere B-52H landen in Fairford
Unterdessen verstärkt die US-Luftwaffe ihr in Fairford stationiertes Kontingent an Langstreckenbombern weiter. Am heutigen Freitag landeten drei zusätzliche Boeing B-52H Stratofortress auf dem Stützpunkt in Gloucestershire. Damit erhöht sich die Zahl der gegen den Iran ab Fairford eingesetzten US-Bomber auf 18 – zwölf B-1B und sechs B-52H.
Außerdem setzt die Air Force auch B-2-Stealth-Bomber gegen den Iran ein. Es ist das erste Mal, dass die USA alle drei Bomber-Muster zeitgleich in einer Angriffsoperation nutzen.





