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Dauerläufer

Die Bomber der USAF

Mit ihren Langstreckenbombern kann die US Air Force auf weltweite Krisen reagieren. Ohne Modernisierung könnte ihre Wirksamkeit allerdings deutlich abnehmen. Dabei müssen B-52H, B-1B und B-2A wohl noch Jahrzehnte im Dienst bleiben.

Die Bomber der USAF

Das Bomber-Trio der US Air Force bleibt somit eine wesentliche Fähigkeit im strategischen Arsenal der amerikanischen Streitkräfte. Schnelle Reaktionsfähigkeit und große Reichweite ermöglichen eine prompte Antwort auf feindliche Aktionen, ohne dass Militärbasen im Konfliktgebiet zur Verfügung stehen müssen.

Die Frage ist allerdings, wie lange die alternde Bomberflotte der USAF noch effektiv eingesetzt werden kann. Die B-52H haben nämlich inzwischen ein Durchschnittsalter von über 50 Jahren, die B-1B sind im Schnitt knapp 30 Jahre alt, und auch die Stealth-Bomber B-2A stehen bereits seit zwei Jahrzehnten im Dienst. In Washington machen sich daher Sorgen breit, ob die drei Muster in Zukunft noch in der Lage sind, sich gegen sogenannte Anti-Access/Area-Denial-Waffensysteme (A2/AD) durchzusetzen, wie sie vor allem von China entwickelt werden. Damit ist unter anderem eine moderne Luftabwehr mit weitreichender Aufklärung und Langstrecken-Luftabwehrraketen gemeint, aber auch Langstreckenraketen gegen Flugzeugträger gehören dazu.

LRS-B-Projekt

Die 20 B-2A Spirit sollen dank ihrer Stealth-Eigenschaften tief in gegnerisches Gebiet eindringen können. Foto und Copyright: USAF

Die Entwicklung eines neuen Langstreckenbombers gehört daher zu den vorrangigen Zielen der USAF. Wegen der Sparmaßnahmen im amerikanischen Haushalt ist die Finanzierung des derzeit als LRS-B (Long-Range Strike Bomber) bezeichneten Musters allerdings schwierig.

Geplant ist die Beschaffung von 80 bis 100 neuen Bombern, die eventuell auch unbemannt geflogen werden können. Ihren Stückpreis will die USAF auf 550 Millionen Dollar (430 Mio. Euro) begrenzen. Selbst wenn die Entwicklung eines LRS-B einigermaßen zügig verlaufen sollte, ist mit einer Truppeneinführung nicht vor Mitte/Ende der 2020er Jahre zu rechnen. Die gegenwärtigen Pläne sehen daher vor, dass die B-52H und die B-1B noch bis etwa 2040, die B-2A Spirit sogar noch bis 2058 im Dienst bleiben. Bei allen drei Mustern sind laufende Maßnahmen zur Lebensdauerverlängerung und Modernisierung unabdingbar.

Boeing B-52H Stratofortress

Bei der B-52H gehört dazu nicht nur die Entwicklung neuer Fähigkeiten, sondern auch der Ersatz von Systemen, für die es keine Ersatzteile mehr gibt. Dazu zählt das Antiblockiersystem, das komplett ersetzt wird, da sonst ab 2015 Probleme mit der Verfügbarkeit drohen.

Boeing hat darüber hinaus den Vertrag für CONECT (Combat Network Communicati-ons Technology) im Wert von zunächst 76 Millionen Dollar (60 Mio. Euro) erhalten. Dabei geht es um die Einrüstung eines Satellitenfunksystems, mit dem noch während des Flugs frische Missionspläne und Zieldaten übermittelt werden können. Auch die Kommunikation mit Bodentruppen vor Ort wird so verbessert. Darüber hinaus erhalten die Besatzungsmitglieder Computerterminals und ein digitales Intercom-System mit Headsets, die Störgeräusche unter-drücken. Die Installation soll Ende 2014 auf der Tinker AFB in Oklahoma beginnen.

Zu den weiteren Avionikverbesserungen gehört der Einbau eines Mil-Standard 1760-Datenbusses. Das System erleichtert die Ansteuerung von Waffen wie JDAM, JASSM, JASSM-ER  oder MALD im internen Waffenschacht. Der APX-119-Transponder bringt die Freund-Feind-Kennung auf den aktuellen Mode-S/5-Standard.

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Boeing B-1B Lancer

Das Cockpit der B-1B wird im Rahmen eines Modernisierungsprogramms Farbbildschirme erhalten. Foto und Copyright: USAF

Bei der B-1B Lancer hört das aktuell umfangreichste Modernisierungsprogramm auf den Namen „Integrated Battle Station and Sustainment – Block 16“. Im Einzelnen gehören dazu

# der Austausch zweier nicht mehr verfügbarer Schwarzweiß-Röhrenbildschirme gegen vier Multifunktions-Farbdisplays im Cockpit. Dies soll die Informationsaufbereitung für Pilot und Flugzeugkommandant verbessern.

# der Einbau eines integrierten Link-16-Datenfunksystems für die beiden hinten sitzenden Waffensystembediener, um die Verbindung zu Bodentruppen zu verbessern. In diesem Zusammenhang werden ebenfalls Farbdisplays installiert.

# die Installation eines neuen Computers und eines Farbdisplays für das CITS (Central Integrated Test System). Das bisherige Testsystem hat zu wenig Rechenleistung und Speicherplatz, um den im Laufe der Jahre gestiegenen Arbeitsumfang zu bewältigen. Mit dem neuen CITS und erweiterter Software hofft man die Flugvorbereitungszeit zu verkürzen und die War-tungskosten insgesamt zu verringern.

Northrop Grumman B-2A Spirit

Die 20 B-2A Spirit sollen dank ihrer Stealth-Eigenschaften tief in gegnerisches Gebiet eindringen können. Foto und Copyright: USAF

Eine wichtige Erweiterung des Waffenarsenals wird derzeit auch bei der B-2A Spirit vorbereitet. Der Bomber, der dank Stealth-Eigenschaften auch stärker verteidigte Ziele überfliegen kann, erhält den 13600 Kilogramm schweren Massive Ordnance Penetrator (MOP). Mit ihm lassen sich, laut USAF, auch tief verbunkerte Führungszentralen oder Waffenlager angreifen.

Northrop Grumman entwickelt auch ein neues AEHF-Satellitenfunksystem, das mit extrem hohen Frequenzen arbeitet. Dafür musste eine Antenne mit elektronischer Strahlschwenkung entwickelt werden, die sich in die Flugzeugoberfläche einfügt. Der Wechsel auf AEHF ist notwendig, da die USA ihre Milstar-Satelliten auswechseln will.

Ein großes Thema ist bei der B-2A darüber hinaus immer die radarabsorbierende Beschichtung. Mit dem LOSSM-Programm (Low Observable Signature and Supportability Modification), das über 20 Einzelmaßnahmen umfasst, will man die Haltbarkeit der Beschichtungen verbessern, ihre Ausbesserung vereinfachen und damit den Wartungsaufwand insgesamt vermindern.

FLUG REVUE Ausgabe 07/2013

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