Der letzte graue Tiger-Einsitzer schläft jetzt in der Kaverne - Ende der Schweizer F-5E

Ende der Schweizer F-5E rückt näher
Der letzte graue Tiger-Einsitzer schläft jetzt in der Kaverne

ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.10.2026
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Der letzte Flug ging nach Buochs: Als die Northrop F-5E mit der Kennung J-3095 am 16. Oktober von ihrer langjährigen Basis Emmen im Kanton Luzern abhob, war es ein Abschied ohne Wiederkehr. Die Überführung zum kaum 20 Kilometer entfernten Heimat-Airport des Schweizer Flugzeugbauers Pilatus markierte das letzte Kapitel in der Einsatzgeschichte des grau lackierten Kampfjets.

In Buochs wird die F-5E nun in der Kaverne konserviert und eingelagert, wie auch schon mehrere andere Schweizer Tiger vor ihr. Was die Außerdienststellung der J-3095 aber besonders macht, ist der Umstand, dass mit ihr der letzte aktive graue Tiger-Einsitzer der Schweiz von der Bildfläche verschwindet. Fortan bleiben lediglich zehn Einsitzer im Farbkleid der Kunstflugstaffel Patrouille Suisse sowie drei graue Doppelsitzer F-5F in Emmen im Dienst. Letztere tragen die Kennzeichen J-3201, J-3210 und J-3212.

Bis Ende 2027 werden auch diese letzten F-5E/F aus den Reihen der Schweizer Luftwaffe verschwinden. Die Regierung in Bern hatte Mitte März 2024 beschlossen, die Tiger nach rund fünf Jahrzehnten Dienstzeit bis dahin komplett auszumustern.

F-5E Tiger der Schweizer Luftwaffe in Aktion.
Patrick Hoeveler

F-5E/F Tiger II in der Schweiz

Das Ende der F-5 in der Schweiz hängt eng mit der Beschaffung der Lockheed Martin F-35A zusammen, wie das Schweizer Militär offen erklärt. "Mit der Abnahme der ersten F-35A-Flugzeuge in der Schweiz ab 2028 und dem parallelen Weiterbetrieb der F/A-18-Hornet-Flotte hat die Armee weder Bedarf noch das Personal, die Finanzen oder die Infrastruktur, um die F-5 Tiger zusätzlich als dritte Flotte zu betreiben", hieß es dazu bereits 2024 in einer Mitteilung.

In den 1970er-Jahren hatte die Schweiz als Ergänzung zur Hawker Hunter für den sogenannten Raumschutz nach einem geeigneten Jäger gesucht und sich für die F-5E/F entschieden. Am 16. März 1976 gab der Nationalrat grünes Licht für die Beschaffung von 66 einsitzigen Tiger und sechs Trainern. Die Endmontage erfolgte größtenteils beim Eidgenössischen Flugzeugwerk in Emmen.

Am 10. Oktober 1978 übernahm die Luftwaffe das erste Exemplar; die letzte Maschine folgte schon 1981. Im selben Jahr bestellten die Eidgenossen eine zweite Serie von 32 F-5E und 6 F-5F.

F-5E Tiger der Schweizer Luftwaffe in Aktion.
Patrick Zwerger

Zieldarsteller und Showflugzeuge

In der Spätphase ihrer Karriere kamen die eidgenössischen F-5 allerdings nur noch als unbewaffnete Zieldarsteller für Ausbildung und Training der F/A-18-Piloten zum Einsatz – und natürlich als rot-weiße Publikumslieblinge in den Reihen der Patrouille Suisse auf Airshows im In- und Ausland.