Die erste F-16V Block 72 startet zum Erstflug - Premiere für Pratt & Whitney-Viper

Premiere für Pratt & Whitney-Version
Die erste F-16V Block 72 startet zum Erstflug

ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.10.2026
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Erste F-16V (Block 72) für Marokko beim Erstflug.
Foto: Lockheed Martin

Sie trägt schon die Farben ihrer zukünftigen Heimat Marokko, ist ein Doppelsitzer und sorgte am Dienstag, dem 6. Oktober, in Greenville (South Carolina) für einen weiteren Meilenstein in der bewegten Historie der F-16 Fighting Falcon: Die erste F-16V Block 72 absolvierte auf dem örtlichen Werksflugplatz von Lockheed Martin ihren Jungfernflug. Damit hat der US-Rüstungsriese ab sofort beide Varianten der modernsten F-16-Generation in der Luft.

Die Königlich Marokkanische Luftwaffe ist Erstkundin für die F-16 Block 72 und hat für geschätzt rund 3,8 Milliarden US-Dollar 25 Exemplare fest bestellt. Bevor die Marokkaner ihren ersten Doppelsitzer in Empfang nehmen können, muss das neue Flugzeug allerdings noch die obligatorischen Flugtests in Greenville hinter sich bringen.

Technisch punktet die neue F-16-Generation gegenüber früheren Versionen vor allem mit dem leistungsstarken AESA-Radar AN/APG-83, das Hersteller Northrop Grumman vom AN/APG-81 der F-35 Lightning II abgeleitet hat. Darüber hinaus fanden unter anderem neue Missionscomputer, modernisierte Navigationssysteme und ein optionales Helmdisplay ihren Weg in die bewährte Fighting Falcon-Zelle.

Lockheed Martin F-16V

Was unterscheidet die neuen F-16-Versionen?

Neu ist auch das das sogenannte Center Pedestal Display (CPD) – ein sechs Mal acht Zoll großer, hochauflösender LCD-Bildschirm, der dem Piloten alle relevanten Parameter präsentiert und das Situationsbewusstsein im Einsatz verbessern soll.

Technisch sind die Ausführungen Block 70 und Block 72 identisch – bis auf ihr Triebwerk. Denn während die bereits bei mehreren Kunden im Einsatz stehende F-16V Block 70 mit dem F110-GE-129 von GE Aerospace unterwegs ist, fliegt die Block 72-Variante mit dem Pratt & Whitney-Antrieb F100-PW-229.

F110 und F100 bieten beinahe identische Leistungsdaten – das GE-Aggregat liefert 78,9 kN Trockenschub und 131,6 kN Maximalschub mit Nachbrenner, während für das Pratt & Whitney-Triebwerk 79,2 kN Trockenschub und ebenfalls 131,6 kN Nachbrennerschub zu Buche stehen.

MiG-29 der bulgarischen Luftwaffe in Aktion.
Patrick Zwerger

Darum wählte Marokko Block 72

Marokko betreibt aktuell bereits eine Flotte von 15 F-16C/D Block 52, die ebenfalls mit dem Pratt & Whitney F100 ausgestattet sind. Die Wahl der neuen Block 72-Version lag daher nahe, bietet sie doch die größtmögliche Vereinheitlichung der Flotte. Auch die älteren marokkanischen Jets sollen mittels Upgrade-Paket auf den Block 72-Standard aufgerüstet werden.

Lockheed Martin hat bislang rund 40 neu gebaute F-16V Block 70 ausgeliefert – unter anderem an Bahrain, Bulgarien und die Slowakei. Der noch abzuarbeitende Auftragsbestand liegt bei über 100 Flugzeugen.