Die erste KF-21 Boramae aus der Serienproduktion ist fertig. Der südkoreanische Rüstungskonzern Korea Aerospace Industries (KAI) hat am Mittwoch den frisch vollendeten Fighter in der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Zeremonie fand im KAI-Produktionszentrum in Sacheon statt.
Unabhängigkeit im Fokus
Bereits vor mehr als 20 Jahren hatte die Regierung in Seoul beschlossen, einen modernen Kampfjet im Inland zu entwickeln, um langfristig von ausländischen Waffensystemen unabhängiger zu werden.
Die Boramae ist konzipiert, um die Fighter-Flotte der südkoreanischen Luftwaffe für die Zukunft aufzustellen. Geplant ist die Fertigung von bis zu 120 Exemplaren für den heimischen Bedarf. Bis 2030 sollen die Lieferungen abgeschlossen werden.
Die konkrete Entwicklungsarbeit am der KF-21 begann allerdings erst 2015. Danach ging alles etwas schneller. Der erste Prototyp wurde 2021 enthüllt und absolvierte 2022 seinen Erstflug. Nach mehr als 1600 Testflügen konnte die Serienproduktion 2024 starten, nun ist die erste Maschine fertig.
"Durch die Serienproduktion der KF-21 verfügt die Republik Korea jetzt endlich über Waffen, die den Frieden mit unserer eigenen Technologie und unserem Willen schützen", lobte der Südkoreas Präsident Lee Jae Myung.
Der Präsident betonte ferner, dass das Vorhaben über eine bloße militärische Verstärkung hinausgeht. Das KF-21-Programm verschaffe dem Land einen neuen Wettbewerbsvorteil im globalen Rüstungssektor und positioniere Südkorea als bedeutende Kraft in diesem Bereich.
Gut und günstig
Mit der KF-21 will Südkorea auch auf dem Exportmarkt den etablierten Kampfjet-Platzhirschen Konkurrenz machen. Die Boramae, bei der im Hintergrund Lockheed Martin unterstützend zur Seite stand, ist allerdings mangels interner Waffenschächte (noch) kein echter Stealth-Fighter – wenngleich für später geplante Weiterentwicklungen durchaus verbesserte Tarnkappeneigenschaften im Lastenheft vermerkt sind.
Im Gegensatz zur F-35 von Lockheed Martin gilt die KF-21 als Flugzeug der "Generation 4.5". Offene Systemarchitektur, moderate Preise und einheimische Lieferketten lassen Südkoreas Kampfjet-Meisterstück aber auch für ausländische Kunden trotzdem attraktiv erscheinen.
In der Anschaffung und auch bei der Instandhaltung soll die KF-21 deutlich günstiger sein als beispielsweise die F-35. Für potenzielle Käuferländer ergibt sich durch die Boramae darüber hinaus weniger strategische Abhängigkeit als ein Kauf in den USA.
Die Basis-Version kostet etwa 83 Millionen US-Dollar, die (noch nicht verfügbare) kampfwertgesteigerte Boramae Block II soll für etwa 112 Millionen US-Dollar pro Stück zu haben sein. In diesen Preisen sind bereits Wartung, Ersatzteile und Schulungen enthalten.
Die F-35A kostet als Flugzeug pro Stück bereits über 100 Millionen US-Dollar. Wenn man alle erforderlichen Zusatzkomponenten einrechnet, also Wartungsinfrastruktur, Munition, Schulung und logistische Unterstützung, steigt der Preis erheblich. Deutschland etwa investiert für 35 F-35A-Maschinen insgesamt etwa 9,66 Milliarden US-Dollar, was einem Durchschnittspreis von rund 276 Millionen US-Dollar pro Flugzeug entspricht.





