Der Eurofighter-Partner wollen das Kampfflugzeug noch wendiger werden lassen und die Integration neuer Waffen erleichtern. Möglich machen soll dies ein aerodynamisches Upgrade, dessen Entwicklung das Hersteller-Konsortium und die NATO Eurofighter and Tornado Management Agency (NETMA) jetzt beschlossen haben. Der Vertrag wurden nun unterzeichnet. Im Mittelpunkt steht laut Eurofighter die Einführung neuer Flugkörper zur Bekämpfung gegnerischer Luftverteidigungsradars. Aber auch neue Luft-Boden-Waffen und Luft-Luft-Flugkörper werden für die Kernkunden in der AMK-Variante integriert.
Das Aerodynamic Modification Kit (AMK) beinhaltet eine Verlängerung der Tragflächenvorderkante am Übergang zum Rumpf (Leading Edge Root Extension, LERX), welche die Strömungsverhältnisse bei hohen Anstellwinkeln positiv beeinflusst. Auch die Leitflächen am Rumpf oberhalb des Lufteinlaufs (Strakes) haben eine neue Form erhalten: dreieckig statt wie bisher rechteckig. Zudem haben die Ingenieure die Flügelklappen (Flaperons) modifiziert und vergrößert. Insgesamt steigt damit der höchstmögliche Auftrieb der Tragfläche. Flugsteuerung und Avionik sind entsprechend an die Neuerungen angepasst.
Bessere Zielerfassung
Die Maßnahmen sollen die Zielerfassung erleichtern, da bei niedrigen Geschwindigkeiten schnellere Richtungswechsel möglich sind. Auch die Leistungen im Luftkampf auf nahe Distanzen werden verbessert. Die Entwicklung und Fertigung erfolgen bei den Partnern Airbus, BAE Systems und Leonardo. "Die Unterzeichnung des AMK-Vertrags ist ein wichtiger Meilenstein für das Eurofighter-Programm und stärkt die langfristige Leistungsfähigkeit des Jets weiter. Das AMK wird unseren Luftstreitkräften bei ihren Einsätzen einen enormen Schub verleihen, die Integration von Luft-Boden-Konfigurationen erheblich verbessern, mehr Flexibilität beim Mitführen von Munition bieten und gleichzeitig die Flugleistung unterstützen", sagt Jorge Tamarit-Degenhardt, Chief Executive Officer of Eurofighter.

Bereits 2015 hatte die IPA7 die aerodynamischen Verbesserungen mit Verlängerung der Flügelwurzel und dreieckigem Leitblech erprobt.
Schon vor zehn Jahren erprobt
Zum Zeitplan lieferte das Unternehmen noch keine Informationen. Bereits vor mehr als zehn Jahren hatte ein Eurofighter in Manching (IPA7) die aerodynamischen Verbesserungen getestet. Die im Juli 2015 in Manching nach 36 Flügen abgeschlossenen Versuche zeigten laut Hersteller jedenfalls, dass der maximale Auftrieb um 25 Prozent gesteigert werden kann. Dadurch ergaben sich stark verbesserte Handling-Eigenschaften, darunter um 45 Prozent größere Anstellwinkel und um 100 Prozent höhere Rollraten als beim Standardflugzeug. Damals gab es jedoch keine Aufträge für eine Nachrüstung. Die Eurofighter-Flotte hatte vor kurzem die Zahl von einer Million Flugstunden überschritten.





