F-15E-Abschuss: USA zerstörten eigene Flugzeuge bei Rettungsaktion

Suche nach F-15E-Besatzung
USA zerstörten eigene Flugzeuge bei Rettungsaktion

ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.04.2026
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F-15E Strike Eagle in der Luft
Foto: US Air Force

Das US-Militär hat die Besatzung einer F-15E aus dem iranischen Bergland geborgen. Präsident Trump bestätigte die erfolgreiche Operation am Sonntag, nachdem einer der beiden Offiziere zwei Tage lang vermisst gewesen war.

Pilot konnte schnell gefunden werden

Am Freitagmorgen wurde eine F-15E Strike Eagle der US-Luftwaffe mit dem Rufzeichen DUDE 44 über dem Iran abgeschossen. Die beiden Besatzungsmitglieder konnten sich mit ihren Schleudersitzen retten und sprangen über der bergigen Provinz Kohgiluyeh und Boyer-Ahmad im Südwesten des Iran ab.

Beim Absprung wurden die beiden Besatzungsmitglieder getrennt. Nach Angaben des US Central Command wurden beide Besatzungsmitglieder während separater Suchoperationen erfolgreich geborgen und in Sicherheit gebracht.

Der Vorsitzende des Generalstabs der Streitkräfte der Vereinigten Staaten, General John Caine, erklärte nach der erfolgreichen Rettung der Soldaten, die Notfunkbaken der Beiden seien aktiv gewesen. Daraufhin habe man mehrere Flugzeuge und Helikopter entsandt, um die Besatzung zu finden.

Der Pilot, der bereits wenige Stunden nach dem Crash geborgen wurde, wurde mithilfe eines Hubschraubers vom Typ HH-60W aus dem Iran geflogen. Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump waren 21 Militärflugzeuge im Iran unterwegs, die über Stunden hinweg tief über das Gelände flogen und dabei von iranischen Truppen und Zivilisten beschossen wurden. Den Beschuss bestätigte auch General Caine.

A-10, HH-60W und HC-130 im Einsatz

An der Suche nach dem Piloten waren laut Caine die Flugzeug- und Hubschraubermuster A-10 Thunderbolt II, HC-130 Combat King II, HH-60W Jolly Green II sowie mehrere Drohnen beteiligt. Eine der A-10 wurde durch iranischen Beschuss so stark beschädigt, dass der Pilot das Flugzeug verlassen musste, da es sich nicht mehr landen ließ. Er konnte über Kuwait abspringen.

Die A-10 waren auf "Sandy"-Mission unterwegs. Bei solchen Rettungseinsätzen sollen die A-10 zum Überlebenden gelangen, den Rettungskräften den Weg frei machen und möglichst Feindkräfte von den Überlebenden fernhalten. Die A-10 sind im Krieg gegen den Iran derzeit auch über der Straße von Hormus im Einsatz.

Waffensystemoffizier erst später geborgen

Nach der Rettung des Piloten am Freitag blieb der Waffensystemoffizier (WSO) der F-15E vorerst weiterhin im Iran. Über 24 Stunden war der Soldat in einer bergigen Region auf sich allein gestellt.

Man habe über die erfolgreiche Bergung des Piloten zunächst nicht berichtet, da man die Suchaktion nach dem zweiten Besatzungsmitglied nicht habe gefährden wollen, behauptete US-Präsident Donald Trump nach Abschluss der Rettungsaktion.

In einem Statement erklärte der Präsident, dass die Information über den weiterhin vermissten WSO vorzeitig veröffentlicht worden war. Das habe die Sicherheit der Mission gefährdet und die iranischen Streitkräfte zur Suche nach dem Soldaten angehalten. Den Verantwortlichen wolle man dafür zur Verantwortung ziehen.

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Für die zweite Suchmission waren nach Angaben des US-Präsidenten 155 Flugzeuge im Einsatz, darunter 64 Kampfflugzeuge. Sieben Stunden lang sollen sie in der Nacht über der Bergregion geflogen sein.

Iran setzte Kopfgeld aus

Parallel zum US-Militär waren auch iranische Behörden bei ihrer eigenen Suche nach der verunglückten Besatzung aktiv. Der Iran schrieb eine Belohnung von etwa 66.000 Dollar für die Ergreifung des amerikanischen Soldaten aus. Videoaufnahmen, die in sozialen Medien verbreitet wurden, zeigen bewaffnete Zivilisten, die das Bergland nach dem Offizier absuchten.

Trump erklärte später, die Position des Offiziers sei rund um die Uhr überwacht worden. Die iranischen Suchkräfte hätten sich stündlich genähert, während das US-Zentralkommando die Situation verfolgte. Der Offizier soll sich zunächst in einer Bergnische versteckt haben und später auf eine höhere Position gewechselt sein.

Von dort aus soll er eine unterstützende Rolle für seine eigene Rettung eingenommen haben. Von einem Bergrücken aus übermittelte er nach Angaben der New York Times Informationen über iranische Truppenpositionen an das US-Militär.

Diese Daten sollen es ermöglicht haben, Einsätze zu koordinieren und iranische Kräfte durch Luftangriffe von dem Gebiet fernzuhalten. Anschließend soll der WSO durch Navy Seals geborgen worden sein.

USA zerstören eigene Maschinen

Der Iran behauptet, mehrere US-Flugzeuge, die an der Bergung beteiligt waren, abgeschossen zu haben. Darunter zwei C-130-Transportflugzeuge und zwei Black-Hawk-Hubschrauber. Die USA bestreiten das allerdings.

Zwei der Evakuierungsflugzeuge blieben jedoch im weichen Untergrund einer provisorischen Landebasis im Iran stecken und konnten nicht mehr starten. Die US-Luftwaffe zerstörte diese Maschinen daraufhin vor Ort. Trump bestätigte später, dass das Militärmaterial zerstört worden war, um es nicht dem Iran zu überlassen.

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Bei den zerstörten Maschinen soll es sich um Lockheed MC-130J Commando II handeln. Die Spezialtransporter sind für die Evakuierung von Spezialkräften gedacht und basieren auf der C-130J Super Hercules.

Der gerettete WSO soll schließlich mit drei zusätzlich entsandten Flugzeugen aus dem Iran evakuiert worden sein und landete etwa 50 Stunden nach dem Abschuss der F-15E in Kuwait zur medizinischen Behandlung.