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In Norwegen hat die F-35A am 6. Januar 2022 formal die QRA-Aufgabe von der F-16 übernommen. Luftforsvaret

F-35A übernimmt QRA-Dienst in Norwegen

F-16 wird ausgemustert F-35 übernimmt QRA-Dienst in Norwegen

Am Donnerstag übernahmen Norwegens neue F-35 offiziell die QRA-Mission und beendeten damit den 42 Jahre währenden Einsatz der F-16-Flotte im Dienste Norwegens und der NATO.

Die formelle Übergabe fand um um 11:45 Uhr auf dem Luftwaffenstützpunkt Evenes in Nordnorwegen statt. Aufgrund von starkem Schneefall und schlechten Sichtverhältnissen wurde das ursprüngliche Programm verkürzt. Dennoch war das Ereignis ein historischer Meilenstein für die norwegischen Streitkräfte und die Königlich Norwegische Luftwaffe.

In den vergangenen Jahrzehnten hat die norwegische F-16-Flotte vom Luftwaffenstützpunkt Bodø in Nordnorwegen aus im Auftrag der NATO den Quick Reaction Alert (QRA) durchgeführt. Jetzt übernehmen die F-35 diese Aufgabe vom Luftwaffenstützpunkt Evenes, der etwas weiter nördlich liegt. Evenes befindet sich derzeit in der Entwicklungs- und Bauphase, um sowohl die F-35 als auch die künftige Flotte von Seeüberwachungsflugzeugen vom Typ P-8 Poseidon aufzunehmen.

Die erste norwegische F-35 landete im November 2017 auf der Ørland Air Base in Mittelnorwegen. Dort ist ihre Heimatbasis, aber einige der F-35 werden in Evenes stationiert sein, um die QRA-Mission durchzuführen. Die norwegische Flotte von 52 F-35 soll bis 2025 komplett und voll einsatzfähig sein.

Lärmprobleme für den zivilen Teil des Flughafens

Der F-35A-Betrieb auf dem auch zivil genutzten Flugplatz in Evenes ist nicht ohne Probleme: "Wir sind ernsthaft besorgt um unsere Passagiere und unsere Mitarbeiter . Sie riskieren nach einer Exposition bleibende Gehörschäden zu bekommen", sagt Kommunikationsdirektorin Silje Brandvoll von der Fluggesellschaft Widerøe.

Laut Silje Brandvoll maß Widerøe im hinteren Teil des Flugzeugs bei geschlossener Tür 106 Dezibel. Messungen an der Außenseite des Flugzeugs zeigen bis zu 138 Dezibel. Lärm über 130 Dezibel ist nicht erlaubt und kann zu dauerhaften Gehörschäden und Tinnitus führen, betont Brandvoll.

Nach Messungen am F-35A-Hauptflughafen Ørland hat die F-35 beim Start mit Nachbrenner einen um 7 Dezibel höheren Geräuschpegel als die F-16. Das bedeutet, dass, wenn fünf F-16 exakt zur gleichen Zeit starten würden, sie ungefähr das gleiche Niveau wie eine F-35 abgeben würden, sagte Idar Nilsen Granøien, von der Messfirma Sintef.