F-35-Programm erreichte 2025 Rekordauslieferungen: 191 Stealth-Jets übergeben

191 Tarnkappenjets innerhalb eines Jahres
F-35-Programm erreicht Rekordauslieferungen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.01.2026
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Das vergangene Jahr war für Lockheed Martin nicht nur in Sachen Umsatz ein Erfolg. Im vergangenen Jahr hat der Konzern 191 F-35 Lightning II ausgeliefert – so viele Maschinen wie noch nie innerhalb eines Jahres in der Geschichte des Programms.

Die Fertigungsrate übertrifft mittlerweile die jedes anderen westlichen Kampfjets um das Fünffache. Zwölf Staaten setzen den Jet bereits operativ ein, weitere Bestellungen sind in Vorbereitung. Weltweit sind inzwischen knapp 1.300 F-35 aller drei angebotenen Varianten im Einsatz.

In Europa verstärkten Italien und Dänemark ihre Programme um 25 respektive 16 zusätzliche Flugzeuge. Finnland präsentierte im Dezember seine erste Maschine am Fertigungsstandort Fort Worth, während Norwegen die Komplettierung seiner Flotte abschloss.

Auch auf der arabischen Halbinsel könnten die amerikanischen Tarnkappenjets bald unterwegs sein. Denn Washington signalisierte die Bereitschaft, das Waffensystem auch an Saudi-Arabien zu liefern. Bisher hatten die USA sich aus strategischen Gründen – zum Schutz Israels – gegen die Lieferung entschieden.

Ohne Probleme ist das F-35-Programm jedoch nicht. Die Schweiz kündigte zuletzt an, die Bestellung der Tarnkappenjäger aufgrund massiver Kostensteigerung reduzieren zu müssen. Spanien entschied sich ganz gegen eine Bestellung.

Trump ordnet Stopp von Shareholder-Zahlungen an

Allerdings ist die US-Regierung trotz des Lockheed-Erfolges scheinbar unzufrieden mit der heimischen Industrie. Inmitten der Erfolgsmeldungen erließ Präsident Donald Trump am 7. Januar eine Anordnung mit weitreichenden Konsequenzen für die gesamte Verteidigungsbranche.

Alle Rüstungsunternehmen dürfen mit sofortiger Wirkung weder Gewinne an Aktionäre ausschütten noch eigene Aktien zurückkaufen, solange sie nicht nachweisen, dass sie hinreichend in Produktionsinfrastruktur investieren.

Produktion muss schneller werden

Auf seiner Plattform Truth Social formulierte Trump unmissverständlich: "Militärausrüstung wird nicht schnell genug hergestellt!" Die Konzerne würden "massive Dividenden an ihre Aktionäre" auszahlen und "massive Aktienrückkäufe" vornehmen, "auf Kosten von Investitionen in Anlagen und Ausrüstung". Diese Praxis werde "nicht länger erlaubt oder toleriert."

Die Verordnung räumt Verteidigungsminister Pete Hegseth eine Frist von 30 Tagen ein, um die Leistung aller Auftragnehmer zu evaluieren und Schwachstellen zu identifizieren. Künftige Verträge müssen Klauseln enthalten, die Kapitalauszahlungen an Investoren während Phasen mangelhafter Erfüllung untersagen.

Auch die Bezahlung von Spitzenmanagern soll künftig nicht mehr an klassische Finanzkennzahlen gekoppelt sein, sondern an termingerechte Lieferung und gesteigerten Ausstoß.

Besonders hart traf die Kritik den RTX-Konzern, namentlich Raytheon. Trump bezeichnete das Unternehmen als am wenigsten kooperativ gegenüber dem Verteidigungsministerium, am langsamsten bei Kapazitätssteigerungen und am aggressivsten bei Zahlungen an Anteilseigner.

Lockheed Martin baut mehr Raketen

"Entweder Raytheon steigt ein und beginnt mit mehr Vorabinvestitionen wie Anlagen und Ausrüstung zu investieren, oder sie werden keine Geschäfte mehr mit dem Verteidigungsministerium machen", schrieb Trump.

Um Lockheed Martin scheint es bei der Kritik also eher weniger zu gehen. Nur 24 Stunden vor Trumps Ankündigung hatte der Rüstungsriese gemeinsam mit dem Pentagon ein neues Produktionsprogramm vorgestellt. Die Herstellung von PAC-3-Abwehrraketen soll innerhalb von sieben Jahren mehr als verdreifacht werden. Bis Ende 2030 strebt der Konzern eine jährliche Fertigungskapazität von 2000 Lenkflugkörpern an. Im vergangenen Jahr waren es 620.