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Bundeswehr

Fabrikneue Transporter haben lockere Schrauben

Bundeswehr setzt A400M-Abnahme aus

Die Bundeswehr verweigert die Abnahme zweier fabrikneuer A400M. Die beiden Transporter wiesen zu lockere Schrauben auf und erfüllten nicht die zugesicherten Eigenschaften, so die Luftwaffe.

Die Bundeswehr habe sich dazu entschlossen, zwei zur Auslieferung anstehende Luftfahrzeuge vom Typ Airbus A400M nicht zu übernehmen, teilte die Luftwaffe am Mittwoch mit. Die Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten bei der täglichen Nutzung des Luftfahrzeugs A400M habe oberste Priorität. Man werde hohe Sicherheits- und Qualitätsstandards auch in diesem Fall mit allen verfügbaren Mitteln und Maßnahmen umsetzen, so die Luftwaffe.

Im Rahmen routinemäßiger Überprüfungen der Befestigungsmuttern an den Propellern bereits im Flugbetrieb befindlicher A400M sei festgestellt worden, dass nicht alle 24 Muttern pro Propeller das vorgesehene Anzugdrehmoment aufwiesen. Werde dieser Mangel nicht erkannt und korrigiert, könne dies zu schwerwiegenden strukturellen Schäden am Propeller und der Welle des Propellergetriebes führen. Daher seien zusätzliche Inspektionen zur Kontrolle des Anzugdrehmoments der Befestigungsmuttern angewiesen worden. Im Rahmen der Inspektion seien etwa 30 Mannstunden erforderlich, was den Ausfall des jeweiligen Luftfahrzeugs für einen Tag bedeute.

Das erhöhte Inspektionsaufkommen wirke sich negativ auf die materielle Einsatzbereitschaft der A400M-Flotte des noch im Aufwuchs befindlichen Lufttransportgeschwaders 62 aus und stelle den Verband vor erhebliche Herausforderungen.

Der A400M als Tankflugzeug

Airbus A400M der Luftwaffe als Tanker nach Jordanien
Airbus A400M der Luftwaffe als Tanker nach Jordanien Airbus A400M der Luftwaffe als Tanker nach Jordanien Airbus A400M der Luftwaffe als Tanker nach Jordanien Airbus A400M der Luftwaffe als Tanker nach Jordanien 4 Bilder

Zusätzliche Inspektionen sind notwendig

Über den erhöhten Inspektionsaufwand an den Befestigungsmuttern der Propeller hinaus seien derzeit eine Vielzahl zusätzlicher Inspektionen erforderlich, unter anderem zum Prüfen der Triebwerksbefestigungen, zur Rissprüfung an diversen Stellen, an den Brennkammern sowie zum Prüfen der Triebwerksklappen. Bislang könnten jedoch trotz dieser Einschränkungen alle Aufgaben, auch im Rahmen der Einsätze und einsatzgleichen Verpflichtungen, mit dem Waffensystem A400M erfüllt werden.

Die gesamten technischen Mängel sowie die Feststellung, dass die zwei derzeit auszuliefernden Maschinen zusätzlich nicht die vertraglich zugesicherten Eigenschaften besäßen, führten zur aktuellen Nichtabnahme dieser Luftfahrzeuge durch die Bundeswehr, teilte die Luftwaffe mit.

Unverzichtbares Transportflugzeug

Der Airbus A400M stelle mittlerweile das Rückgrat des Lufttransports der Luftwaffe war. Bislang seien 31 von insgesamt 53 bestellten Maschinen an die Luftwaffe übergeben worden, die beim Lufttransportgeschwader 62 im niedersächsischen Wunstorf stationiert seien. Das Luftfahrzeugmuster habe sich bei der Versorgung der Einsatzgebiete mit Personal und Material, bei der Luft-Luft-Betankung (derzeit beim Anti-IS-Einsatz in Jordanien), beim Rücktransport von medizinisch zu versorgenden Soldaten aus dem Auslandseinsatz sowie bei Humanitären Hilfseinsätzen in annähernd 1700 Missionen mit über 4000 Flugstunden „mehr als bewährt“, so die Luftwaffe.

Die Entstehungsgeschichte des A400M

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