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HX-Fighterwettbewerb in Finnland. Ilmavoimat

Fünf Kandidaten im HX-Wettbewerb

Finnland testet Fighter

Wie die Schweiz wird Finnland in den kommenden Wochen die Kandidaten seines HX-Kampfflugzeugwettbewerbs im Land selbst gründlich testen. Den Anfang macht am 9. Januar der Eurofighter.

Die sogenannte „HX Challenge“ wird auf dem Luftwaffenstützpunkt Pirkkala durchgeführt. Ziel ist es, die von den Kampfflugzeugherstellern gemeldeten Daten unter finnischen Bedingungen und durch in Finnland konzipierte Tests zu verifizieren.

„Die finnischen Winterbedingungen wirken sich insbesondere auf die Leistung der elektro-optischen Sensoren aus. Darüber hinaus können andere aktive und passive Sensorsysteme betroffen sein. Moderne Mehrzweck-Kampfflugzeuge können mit niedrigen Temperaturen und eisiger Kälte umgehen. Bei Temperaturen um null Grad Celsius werden die Bedingungen jedoch durch eine Kombination aus Regen, eisigem Nieselregen, Graupel und Schnee oft schwieriger“, so Colonel Juha-Pekka Keränen, der HX Programmdirektor.

Jeder der fünf Kandidaten wird eine Testphase von sieben Tagen durchlaufen (Zeitraum umfasst Wochenenden):

# Eurofighter Typhoon 9 – 17 Januar 2020

# Dassault Rafale 20 – 28 Januar 2020

# Saab Gripen 29 Januar–6 Februar 2020

# Lockheed Martin F-35 7 – 17 Februar 2020

# Boeing F/A-18 Super Hornet 18 – 26 Februar 2020

Die Evaluierungsflüge finden in ganz Finnland statt. In der Luft werden die Kandidaten mit F/A-18 und Hawk Jettrainern der finnischen Luftwaffe konfrontiert. Das Luftkampfzentrum des Satakunta Air Command wird eine wichtige Rolle bei der Durchführung der Test- und Evaluierungsveranstaltung spielen.

Im Rahmen der HX-Challenge werden die von den Herstellern gemeldeten Fähigkeiten in den fünf in der Ausschreibung genannten Einsatzkategorien bewertet: Luftkampf, Bekämpfung von Bodenzielen, Bekämpfung von Seezielen, Angriffe über große Distanzen sowie Aufklärung und Überwachung. „Der Schwerpunkt der Veranstaltung wird auf der Verifikation technischer Systeme liegen, nicht auf der Beurteilung der taktischen Effizienz“, so Colonel Keränen.

Die HX-Challenge ist die erste Stufe der Fähigkeitsbewertung. In der zweiten Phase werden die während der HX Challenge ermittelten Daten und Leistungswerte verwendet. In dieser Phase, die mit virtuellen Simulatoren durchgeführt wird, liegt der Schwerpunkt auf der Bestimmung des Erfolgs einer Gruppe von vier Flugzeugen in den in der Ausschreibung aufgeführten Szenarien.

In der dritten Phase wird die operationelle Effizienz der umfassenden HX-Lösung jedes Kandidaten durch die längere Simulation eines Kriegszenarios demonstriert. Die in den ersten beiden Phasen der Fähigkeitsbewertung gewonnenen Daten werden in dem Kriegsspiel genutzt, in dem die HX-Lösungen als Teil des finnischen Verteidigungssystems eingesetzt werden sollen.

„Alles in allem geht es bei der HX-Challenge nicht darum, eine Rangfolge der Kandidaten zu erstellen, sondern sicherzustellen, dass die in den Antworten auf die Ausschreibung angegebenen Leistungswerte auch tatsächlich in der finnischen Betriebsumgebung gelten. Wir werden die verifizierten Daten in der zweiten und dritten Phase der Fähigkeitsbewertung verwenden“, erläuterte Colonel Keränen.

Der Verhandlungsprozess des HX Fighterprogramms ist von der HX Challenge getrennt. Das Ziel der Verhandlungen ist es, die HX-Lösung jedes Kandidaten zu verbessern und zu optimieren. Die anbieterspezifische, überarbeitete Ausschreibung (RFQ), die auf den ersten Angeboten und der ersten Phase der Verhandlungen des HX-Programms mit den Kandidaten basiert, wurde den Herstellern im Oktober 2019 zugesandt, und die Antworten auf die überarbeitete Ausschreibung werden bis zum 31. Januar 2020 akzeptiert. Die überarbeitete Ausschreibung leitete die zweite Phase der Verhandlungen über das HX-Programm ein, in der der Inhalt der HX-Lösung mit jedem Bieter endgültig festgelegt wird.

Die Aufforderung zur Abgabe des besten und endgültigen Angebots (BAFO) wird den Bietern im Jahr 2020 am Ende der zweiten Phase der Verhandlungen über das HX-Programm übermittelt. Die finnische Regierung wird 2021 über die Beschaffung entscheiden, so der Plan.

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